permalink

0

WWF und der Pakt mit Monsanto

WWF-Logo

Bild: Logo WWF

In einer kürzlich ausgestrahlten ARD-Dokumentation wird der Umweltstiftung WWF vorgeworfen, mit Industriekonzernen wie Monsanto zu kooperieren und Greenwashing auf Kosten der Natur zu betreiben. Seitdem ist die Organisation um Schadensbegrenzung bemüht. Doch wie viel Kooperation mit dem „Bösen“ kann sich eine Umweltorganisation eigentlich leisten?

Für eine spendenfinanzierte Organisation sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit existenzielle Voraussetzungen. Schließlich wollen Spender, dass ihr Geld für eine gute Sache eingesetzt wird. Doch so gut ist die Sache im Fall des WWF in Wirklichkeit nicht – zumindest für Wilfried Huismann. In seinem Dokumentarfilm „Pakt mit dem Panda – was uns der WWF verschweigt“ berichtet der Grimme-Preisträger und Journalist, die Stiftung kooperiere mit dem Gentechnik-Konzern Monsanto, beteilige sich an Regenwaldzerstörung und verhelfe umstrittenen Großunternehmen zu einem (falschen) grünen Image.

Der Kampf um die öffentliche Meinung ist längst in vollem Gange. Mit dem sogenannten Fakten-Check geht der WWF zum Gegenangriff über. Dabei stellt sich abgesehen davon vor allem doch die grundsätzliche Frage, inwieweit (überzeugte) Umweltschützer mit (profitorientierten) Unternehmen überhaupt zusammenarbeiten sollten.

WWF: Pragmatismus statt Idealismus

WWF Deutschland-Chef Eberhard Brandes hat darauf eine klare Antwort: „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir es ohne eine Beteiligung der Unternehmen nicht schaffen werden“. Ein Blick auf die bunte Liste der Kooperationspartner des WWF zeigt, wie weit die Bereitschaft zur Zusammenarbeit geht: Neben Danone und Krombacher stehen hier auch der Chemiekonzern Bayer sowie zahlreiche Vertreter aus der Mineralölwirtschaft. Stephan Jaekel vom Muscial-Veranstalter Stage Entertainment behauptet erst gar nicht, dass sein Arbeitgeber durch die Kooperation mit dem WWF nachhaltiger arbeite. Das Geschäft ist so einfach wie pragmatisch: Stage Entertainment bekommt eine Werbefläche und ein grünes Image, der WWF im Gegenzug die Aussicht auf eine sechsstellige Summe für ein Affenprojekt in Afrika.

Für die Journalistin Kathrin Hartmann zeigt das Ganze, „wie perfide Großkonzerne den Naturschutz zu ihren Zwecken unterwandern. Großkonzerne haben einzig und allein Interesse an krisensicherem Profit. Es gibt keinen Wandel zum Guten und “Dialoge”, am besten noch “auf Augenhöhe”, sind bloß Augenwischerei – das kuschelige Geschwätz hat nur den einen Sinn, Protest und Widerstand gegen die zerstörerische Weltmacht der Konzerne (…) abzublocken.“

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.