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Wertstofftonne: Wieder verwerten statt weiter verbrennen

Wertstofftonne

Bild: ALBA Group plc & Co. KG

Trotz gelber Tonne und Mülltrennung: Mit unseren knapper werdenden Ressourcen gehen wir weiterhin verschwenderisch um. Das macht die Rohstoffe nicht nur immer teurer, sondern schadet auch Klima und Umwelt. In einer Online-Petition fordert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun die verbindliche Einführung einer Wertstofftonne.

Abfall ist zu einem wertvollen Gut geworden. In Mobiltelefonen steckt Gold, Silber in Fernsehern und Autos. Auf dem Metallmarkt erzielen selbst alte Bratpfannen derzeit Höchstpreise. Um das Dreifache sind seit Jahresbeginn die Preise für Altpapier und Kunststoff gestiegen. Weil das Duale System nur wiederverwertbare Verpackungen berücksichtigt, landet das meiste davon jedoch im Restmüll.

Wertstofftonne soll gelbe Tonne ersetzen

Mit der Einführung einer neuen Wertstofftonne könnte sich das ändern. Hier sollen Verbraucher künftig alles Wiederverwertbare entsorgen können. Der NABU möchte so gelben Sack und Tonne bis 2012 komplett ersetzen. Ein Entwurf des Bundesumweltministeriums (BMU) zur Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes liegt bereits vor. Die Wertstofftonne wird hier zwar positiv erwähnt, jedoch nicht verbindlich vorgeschrieben.

Eine gemeinsame Studie vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), dem BMU und dem Bundesumweltamt (UBA) kommt zu dem Ergebnis, dass durch die Wertstofftonne insgesamt 1,3 Millionen Tonnen Abfall vermieden werden können. In mehreren deutschen Großstädten laufen bereits entsprechende Pilotprojekte.

Verwerten statt verbrennen

Die NABU-Kampagne Verwerten statt verbrennen weist zudem darauf hin, dass große Mengen wiederverwertbarer Rohstoffe in überdimensionierten Müllverbrennungsanlagen verbrannt werden. Die Wertstofftonne ermöglicht hingegen konsequentes Recycling, wodurch wertvolle Rohstoffe geschont und Energie gespart wird. Zudem erweist sich die neue Tonne als klimaschonender, da bei der Wiederverwertung wesentlich weniger Klimagase ausgestoßen werden als bei der Verbrennung.

„Durch Einführung eines dichten Wertstofftonnennetzes, einschließlich der effizienten Nutzung dieser Wertstoffe, lassen sich die Emissionseinsparungen nahezu verdoppeln (plus 92 Prozent).“

Quelle: BDE

Petition für die Wertstofftonne

Viel Zeit bleibt dem Umweltministerium nicht. Noch in diesem Jahr muss die EU-Abfallrahmenrichtlinie im deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz umgesetzt werden. Dass die Wertstofftonne im Gesetzentwurf bislang nicht als ein verbindliches Ziel erklärt wird, liegt vermutlich vor allem an den wirtschaftlichen Interessen der kommunalen Müllverbrennungsanlagen. Nicht umsonst wird die Debatte zu dem Thema derzeit von einem Verteilungskampf zwischen privater und kommunaler Abfallwirtschaft um das lukrative Geschäft mit dem Müll beherrscht.

Bis zum 20. Oktober können Verbraucher in der Online-Petition für die Wertstofftonne stimmen. Sollten bis dahin 50.000 Menschen unterzeichnet haben, gibt es eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Bundestages.

1 Kommentar

  1. Hallo,

    nun inzwischen gibt es deutlich bessere System, die eine Wertstoffrückgewinnung mit über 90% Reinheit erzielen. Allerdings ist die Wertstofftonne mit dem Verbraucher als „Entscheider“ zu ungenau – wer kennt sich schon mit Verpackungsmaterial aus.
    Mittels Laser und Leitfähigkeitswerten wird der Stoff im Restmüll erkannt und mittels Druckluft in entsprechende Sammelbehälter befördert. Das System arbeitet genau und preisgünstig wird aber vom Dualen System bekämpft, da hier alles in eine Tonne kommt, weil dann die Rückgewinnungsrate am höchsten ist. Da wäre der Gelbe Sack oder die „Wertstofftonne“ überflüssig… „Qui bonum“

    Beste Grüße

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