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Vom Überleben der Wildtiere im Winter

Wildtiere

Foto: Wait Up, I’m Coming von Dawn Huczek (CC BY 2.0)

Das Spektakuläre an diesem Winter sind nicht unbedingt die Temperaturen. Vielmehr sind es die ungewöhnlich starken Schneefälle, die derzeit zu massiven Verkehrsbehinderungen im ganzen Land führen. Die anfängliche Freude über den Schnee scheint längst vergessen. Angesichts gefährlich glatter Straßen und steigender Heizkosten sehnen sich immer mehr nach einem Ende der Kälte. Doch was geschieht eigentlich mit wilden Tieren bei Dauerfrost und Schnee?

Wildtiere leiden Hunger

Die Tierwelt ist auf ganz unterschiedliche Weise von der extremen Witterung betroffen. Das Wild hat schon seit Dezember unter der geschlossenen Schneedecke und gefrorenen Böden zu leiden. Weil sie kaum noch Nahrung finden können, treibt der Hunger die sonst scheuen Tiere immer häufiger in Dörfer und Städte. Die erzwungene Aktivität ist auch für den Menschen gefährlich, da Wildschweine inzwischen auch vor großen Städten nicht mehr Halt machen und sich aggressiver verhalten als sonst. Aus gegebenen Anlässen empfiehlt die Deutsche Wildtier Stiftung daher, bei Kontakt mit Wildscheinen vorsichtig den Rückzug anzutreten. In diesem Zusammenhang wird davon abgeraten, Wild aus falscher Tierliebe zu füttern. Dies führt zwangsläufig zu weiteren Konflikten zwischen Tier und Mensch. Die Notfütterung ist Aufgabe der Förstereien, die wesentlich besser einschätzen können wann, wo und was die Tiere an zusätzlicher Nahrung wirklich benötigen.

Rückzugsgebiete sind verbaut

Neben den Forstwirten hat eine weitere Gruppe großes Interesse am Überleben der bedrängten Tiere. Förster, Bauern wie Umweltschützer werfen den Jägern immer wieder vor, durch angebliche Notfütterungen die Wildbestände künstlich hoch zu halten. Die Folge seien Schäden sowohl im Wald als auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dem halten die Jäger entgegen, dass das Bundesjagdgesetz bei extremen Wetterlagen Notfütterungen sogar vorschreibe und Passivität zu m Massensterben führen könnte.

Letztlich ist sowohl Jägern als auch Naturschützern klar, dass der Lebensraum deutscher Wildtiere längst nicht mehr die unberührte Natur ist. Auch wenn Hirsch und Reh vor allem weniger besiedelte Gebirgslagen bevorzugen – die wärmeren Täler müssen sie sich nun mit dem Menschen teilen. Doch auch in höheren Lagen wird die lebenswichtige – weil energiesparende – Winterruhe durch Wintersport, Wanderer und Jagd immer schwerer. Die moderne Landwirtschaft sorgt zwar (unfreiwillig) für ein zeitweises Überangebot an Nahrung – dieses entspricht jedoch nicht dem natürlichen Jahreszyklus. Schließlich sind die Felder vor Wintereinbruch längst abgeerntet und stehen somit zum Fettfressen plötzlich nicht mehr zur Verfügung. Der massive Eingriff in den natürlichen Lebensraum verhindert auf diese Weise die Selbstregulierung der Natur. Begrenzte, professionelle Notfütterungen sind aus diesem Grund unumgänglich.

1 Kommentar

  1. bei uns im Garten haben sich auch vor ein paar Tagen Wildschweine ausgetobt. Wir waren zu dem Zeitpuntk im Urlaub. nur was soll man gegen die tun? Den Garten mit Stacheldraht umzäunen kann ja auch nicht die Lösubng sein.

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