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UN-Studie: Unternehmen betreiben Raubbau an der Natur

Regenwald

Foto: rainforest von tauntingpanda (CC BY 2.0)

Unaufhaltsam sterben immer mehr Tier- und Pflanzenarten aus. So zahlreich die Ursachen sind: Verursacher ist ist wie so oft fast ausschließlich der Mensch. Eine kürzlich vorgestellte Studie der Vereinten Nationen hat die Verantwortung der größten Unternehmen untersucht. Naturschutz wird von führenden Managern demnach nicht ernst genommen.

Gewinne auf Kosten der Umwelt

Manchmal sagen Zahlen mehr als Worte, erst recht wenn sie von angesehenen wissenschaftlichen Instituten kommen. Einer nun erschienen Studie des UN-Umweltprogramms UNEP zufolge verläuft das Artensterben ganze 100 Mal schneller als bislang angenommen. Allein die 3.000 größten Unternehmen der Erde verursachen jedes Jahr Umweltschäden in Höhe von 1,7 Billionen Euro.

“Der Raubbau an der Natur durch die Wirtschaft setzt sich seit Jahren ungebremst fort.”

UNEP-Chef Achim Steiner gegenüber der Süddeutschen Zeitung

Manager & Verbraucher: begrenztes ökologisches Handeln

Die Untersuchung gibt zudem Einblick in das Denken der Verantwortlichen in den Konzernzentralen. Während nordamerikanische und europäische Manager ökologische Belange weitgehend ignorieren, zeigen sich ihre vom Artensterben direkter betroffene Kollegen in Afrika und Lateinamerika besorgter. Nur jeder fünfte Manager in Europa und Nordamerika sieht in dem Rückgang der natürlichen Ressourcen eine ernstzunehmende Gefahr. In den anderen genannten Regionen sind es immerhin rund 50 Prozent. Was allerdings nicht bedeutet, dass das größere Umweltbewusstsein dort zu nachhaltigerem Handeln führt.

Konsumenten wurden in der Studie ebenfalls befragt. Demnach sind diese sehr viel ökologischer eingestellt als die Konzernchefs: Über 80 Prozent der befragten Verbraucher geben an, beim Kauf auf ethische Aspekte zu achten. Doch auch hier korreliert das grüne Bekenntnis nicht unbedingt mit der Wirklichkeit. So liegt der Anteil der Bioprodukte im Lebensmittelbereich hierzulande zum Beispiel bei nur drei Prozent.

Umweltschutz aus ökonomischem Interesse

Die Vereinten Nationen fordern Regierungen und Industrie daher auf, das Sterben von Arten und ganzen Ökosystemen aufzuhalten. Wohl gerade weil den Adressaten Nachhaltigkeit und Biodiversität nicht besonders wichtig ist, betont der Bericht die Notwendigkeit eines radikalen Umlenkens aus ökonomischen Gründen. Insbesondere Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Tourismus würden unter den Folgen leiden.

Ein Anlauf der Vereinten Nationen, das Artensterben bis zu diesem Jahr zumindest abzubremsen, ist bereits gescheitert. Vielleicht müssen die ökonomischen Kosten erst noch weiter steigen, damit die Warnungen der UNEP wirklich ernst genommen werden. Dies dürfte aber erst dann der Fall sein, wenn die Umwelt nicht mehr als kostenlose Beute angesehen wird und das Verursacherprinzip endlich Einzug erhält. Die Rechnung zahlt bis dahin weiter die Natur. Laut Studie mit bis zu 130 Arten, die Tag für Tag aussterben.

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