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Umweltbundesamt: Zustand der Umwelt 2009

Daten zur Umwelt 2009 Cover

Bild: © Umweltbundesamt, Daten zur Umwelt 2009

Das Umweltbundesamt (UBA) berichtet regelmäßig über den Zustand der Umwelt in Deutschland. Die nun vorliegende Publikation „Daten zur Umwelt – Ausgabe 2009“ enthält sowohl positive wie auch besorgniserregende Informationen. So hat sich die Umweltsituation in den neuen Bundesländern seit der Wiedervereinigung eindeutig verbessert. Dennoch seien neue Herausforderungen zu meistern, so UBA-Präsident Jochen Flasbarth. Perendie über die wichtigsten Erkenntnisse des aktuellen Reports.

Der Fall der Mauer hatte nicht nur politische Auswirkungen. Seit dem Zusammenbruch der maroden DDR-Industriekombinate ist die Luft in den neuen Ländern spürbar sauberer geworden. In Sachsen-Anhalt beispielsweise beträgt die Belastung der Luft durch Schwefeldioxid weniger als ein Prozent des Wertes von 1989. Auch der Anteil an Schadstoffen in Flüssen ist erheblich zurück gegangen. Etwa in der Elbe: hier reduzierte sich der Quecksilbergehalt um fast 90 Prozent.

Fortschritte dank Umweltpolitik

Die positiven Entwicklungen sind aber nicht auf den Osten der Republik beschränkt. Deutschland hat dem Bericht des Bundesumweltamtes zufolge sein Ziel, den Ausstoß an Treibhausgasen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um durchschnittlich 21 Prozent zu reduzieren, bereits vorzeitig (über)erfüllt. Insgesamt gingen die Emissionen in den Jahren 1990 bis 2007 um 22,4 Prozent zurrück. Das Ziel besteht darin, den Ausstoß klimaschädlicher Gas bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

Erfreulicherweise ist auch der Anteil der Erneuerbaren Energien im Strommix unerwartet stark gestiegen. Auch hier wurden die Ziele der Bundesregierung schon vorzeitig überschritten. So soll der Anteil nachhaltig produzierter Energie am Primärenergieverbrauch im Jahr 2020 bei zehn Prozent liegen – im vergangenen Jahr lag dieser bereits bei sieben Prozent. Neben der Umwelt profitiert hiervon der Arbeitsmarkt: im Jahr 2008 arbeiteten 278.000 Menschen in der grünen Energiebranche. Zum Vergleich: im Jahr 2004 waren es noch 160.500. Insgesamt konnten so rund 109 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden.

Trotz vieler positiver Entwicklungen gibt es aber nach wie vor Handlungsbedarf im Umweltschutz, so Flasbarth weiter: „Vor allem bei der Energieeffizienz und der Ressourcenschonung, im Verkehrssektor und bei der Verminderung der Umweltbelastung mit Stickstoff muss noch mehr passieren“.

Zunehmende Versiegelung und wachsendes Verkehrsaufkommen

Problematisch ist aus Sicht des UBA die zunehmende Zersiedelung der Natur. Innerhalb von 15 Jahren ist die Siedlungs- und Verkehrsfläche um mehr als 6.000 Quadratkilometer gewachsen. Allein im Jahr 2007 wurden rund 96 Hektar für neue Straßen und Häuser verbaut. Inzwischen sind etwa sechs Prozent des Bundesgebietes versiegelt. Es ist daher aus Sicht der Behörde fraglich, ob die Bebauung bis 2020 auf die geplanten 30 Hektar pro Tag sinken wird.

In diesem Zusammenhang ist es zudem nicht wahrscheinlich, dass der Anteil des Schienenverkehrs und der Binnenschifffahrt bis 2015 auf 25 bzw. 14 Prozent gesteigert werden kann. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße hin zu Schiene und Fluss wurde bislang nicht vollzogen. 2007 wurden 71 Prozent der Güter über die Straße transportiert – auf die Schiene entfielen lediglich 18, auf die Binnenschifffahrt 10 Prozent.

Die „Daten zur Umwelt – Ausgabe 2009“ können Sie kostenlos auf der Internetseite des Umweltbundesamts runterladen.

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