permalink

1

Streusalz versus „Daisy“?

Winterdienst mit Streusalz

Foto: Winterdienst von glasseyes view (CC BY-SA 2.0)

Das Sturmtief „Daisy“ sorgt derzeit in ganz Deutschland für Eiseskälte und Schnee. Während sich Kinder wie Wintersportler über das winterliche Wetter freuen, sorgen sich Städte und Gemeinden um die Sicherheit von Fußgängern, Rad- und Autofahrern. Als Mittel gegen die gefährliche Glätte auf Gehwegen und Straßen wird in diesen Tagen wieder in großen Mengen Salz gestreut. Was viele nicht wissen: das aggressive Streusalz greift nicht nur Autolack und Hundepfoten an, sondern ist auch in hohem Maße umweltschädlich.

Streusalz: Kochsalz mit großer Wirkung

Streusalz bzw. Auftausalz besteht größtenteils aus ganz normalem Kochsalz und ist daher in geringen Mengen weder giftig noch teuer. Was das Salz als Waffe gegen Schnee und Eis gefährlich macht ist jedoch der massenhafte Einsatz. Mit dem Wasser aus Schnee und Regen gelangt ein Teil des Salzes in die Kanalisation. Der andere hingegen wird über das Erdreich gespült und kann auf diese Weise das Grundwasser versalzen.

Streusalz gefährdet Artenschutz

Doch nicht nur die Grundwasserqualität wird durch den Einsatz von Streusalz beeinträchtigt. Insbesondere Flüsse und Seen sind vom abfließenden Tau- und Regenwasser bedroht. Schließlich sind die hier lebenden Amphibien und Fische auf Süßwasser angewiesen. Mit zunehmender Salzkonzentration wird der Lebensraum dieser ohnehin schon gefährdeten Tierarten zerstört. Zuletzt hat der WWF auf die dramatische Lage von Fröschen, Kröten und Lurchen hingewiesen. Demnach stehen rund ein Drittel aller erfassten Amphibien als vom Aussterben bedrohte Arten auf der Roten Liste.

Bäume und Pflanzen bleiben ebenfalls nicht verschont. Denn das Salz löst die Glätte auf, indem es dem Eis die Feuchtigkeit entzieht. Was auf Gehwegen und Straßen erwünscht ist, hat an den Wurzeln dramatische Auswirkungen. Das Salz entzieht Boden und Wurzeln die Feuchtigkeit, auf die Pflanzen nunmal angewiesen sind. Weil das Salz über die kalte Jahreszeit hinaus im Boden bleibt, trocknen betroffene Pflanzen allmählich aus und sterben im schlimmsten Fall komplett ab.

Splitt und Sand als Alternativen

Schneller und somit offensichtlicher ist der Schaden, welcher Streusalz bei Tieren und Autos anrichtet. Gerade die beliebten Vierbeiner machen hier schmerzhafte Erfahrungen. Das aggressive Mittel führt oftmals zu Entzündungen und Reizungen an Pfoten und Augen.
Vielen Autofahrern dürfte eine weitere Eigenschaft des Salzes bekannt sein: Lack und Unterboden reagieren empfindlich auf das Mittel. Davon profitieren in diesen Tagen vor allem Betreiber von Autowaschanlagen. Fahrradfahrer hingegen sollten ihre Kette regelmäßig ölen – andernfalls droht diese zu rosten.

Es gibt somit viele Gründe dafür, den Einsatz von Streusalz einzuschränken. Umweltorganisationen fordern zu Recht, nur in in Ausnahmefällen Streusalz zu verwenden (zum Beispiel auf Autobahnen). Umweltschonende Alternativen sind Sand, Kies, salzfreies Granulat, Splitt und Sägespäne. Wer sicher gehen will greift zu Produkten, die mit dem Blauen Engel gekennzeichnet sind. Diese sind frei von Salz und Schwermetallen.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.