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Social Media bei Greenpeace, BUND und WWF

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Soziale Netzwerke sind längst auch für Umweltorganisationen zentraler Bestandteil der Öffentlichkeitsarbeit. Allerdings sind nicht alle Akteure gleichmaßen engagiert. Ein Vergleich der Social Media-Aktivitäten von Greenpeace Deutschland, BUND und WWF Deutschland.

Twitter, Facebook und Google+ gehören für immer mehr Menschen wie selbstverständlich zum Alltag. Einer Studie des PEW Research Centers zufolge nutzen 35 Prozent der deutschen Erwachsenen soziale Netzwerke. Obwohl sich die politische oder finanzielle Relevanz von Tweets und Likes nur schwer quantifizieren lässt, nutzen gerade Nicht-Regierungsorganisationen die großen Netzwerke fürs Fundraising und die Kampagnenarbeit. Schließlich sind insbesondere spendenfinanzierte Organisationen auch und vor allem auf Vertrauen angewiesen. Die transparenten Kommunikationsstrukturen sozialer Netzwerke bieten hierfür ideale Bedingungen.

Nutzung von Facebook, Twitter, Google+ und Youtube

Facebook-LogoTwitter-LogoGooglePlus-LogoYoutube-Logo
Greenpeace-Logo61.300 Gefällt mir3.734 Tweets
678 Following
43.690 Follower
44 in den eigenen Kreisen
In den Kreisen von 27.780 anderen
4.917 Abonnenten
2.650.988 Videoaufrufe
BUND-Logo5.359 Gefällt mir618 Tweets
32 Following
5.384 Follower
In den Kreisen von 3 anderen262 Abonnenten
273.006 Videoaufrufe
WWF-Logo94.140 Gefällt mir4.057 Tweets
902 Following
13.410 Follower
77 in den eigenen Kreisen
In den Kreisen von 8.144 anderen
3.117 Abonnenten
886.987 Videoaufrufe
Tabelle: Social Media-Nutzung von Greenpeace, BUND und WWF (Stand: 26.04.2012).

Wie die oben stehende Tabelle zeigt, nutzen Greenpeace Deutschland, BUND und WWF Deutschland allesamt die vier untersuchten Netzwerke Facebook, Twitter, Google+ und Youtube. Dabei spiegeln die Zahlen sowohl die dominante Position Facebooks, als auch den positiven Trend des Widersachers aus dem Hause Google wider. Dennoch bleibt die Nutzung des vergleichweise neuen Google+ bislang weit hinter den anderen zurück.

Vor allem aber zeigt die Übersicht, wie unterschiedlich die drei genannten Organisationen Social Media nutzen. Der WWF Deutschland hat mit über 94.000 Likes bei Facebook klar die Nase vorn. Die Umweltstiftung verfasst zudem die meisten Tweets – trotzdem hat Greenpeace drei Mal so viele Follower. Offenbar weiß Greenpeace besser mit dem Kurznachrichten-Dienst umzugehen als der WWF.

Auffällig ist aber vor allem die geringe Aktivität des BUND: In sämtlichen Netzwerken belegt die Organisation den letzten Platz. Google+ hat man offenbar jetzt erst entdeckt – anders lässt sich die verschwindend geringe Vernetzung in der Welt der Kreise nicht erklären. Dass der BUND nun einen Online-Campaigner einstellen will zeigt indes, dass er sein Social Media-Problem erkannt hat.

Facebook-Integration

Facebook-Statistik

Grafik: Datenerhebung mittels Facebook Like Analytics von Martin Hassman

Die oben stehende Grafik veranschaulicht die Facebook-Integration (Shares, Likes, Comments) der Webseiten www.greenpeace.de, www.bund.net und www.wwf.de. Demnach belegt Greenpeace erneut Platz 1 vor WWF und BUND. Nur der Abstand zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten ist deutlich geringer, als die weiter oben gezeigten “Gefällt mir”-Zahlen vermuten lassen. Eine Erklärung liefert der Serverdienst Alexa (DE): Demnach weist die BUND-Webseite vergleichsweise hohe Besucherzahlen auf. Auf diese Weise kann die Organisation ihre „soziale Netzwerkschwäche“ teilweise kompensieren.

Twitter-Nutzung

Wildfire-Statistik

Quelle: wildfireapp.com

Der chronologische Verlauf (siehe oben) zeigt, dass Greenpeace nicht viel twittern muss um seine Reichweite zu erhöhen. Der überproportionale Anstieg der Follower-Zahl ab dem 11. März 2011 belegt: Greenpeace hat als einziger unmittelbar von den Entwicklungen im japanischen Fukushima in Form neuer Follower profitieren können. Ob man die Bedeutung des Reaktorunfalls besser eingeschätzt hat oder einfach eine clevere Kampagnenstrategie verfolgt, lässt sich anhand dieser Daten nicht beantworten.

Fazit

Die strategische Social Media-Nutzung ist für die Öffentlichkeitsarbeit großer Umweltorganisationen geradezu obligatorisch. Einen klaren Wettbewerbsnachteil hat, wer Facebook & Co. nicht ernst genommen hat. Schließlich beansprucht das Erreichen einer kritischen Masse virtueller Unterstützer immer mehr Aufwand. Der BUND hat hier am meisten Nachholbedarf.

WWF Deutschland kann sich über die meisten Anhänger im weltweit größten sozialen Netzwerk freuen. Von Greenpeace kann die Organisation dagegen noch lernen, wie man effektiver Kurznachrichten schreibt und aktuelle Ereignisse für das eigene Netzwerk nutzt. Das Beispiel Fukushima zeigt eindrucksvoll, dass dazu allerdings die Relevanz eines Ereignisses rechtzeitig erkannt und kommuniziert werden muss.

5 Kommentare

  1. Man muss bei so einem Vergleich aber auch andere Faktoren berücksichtigen wie verfügbare Ressourcen und inhaltliche Verankerung. Eine große Organisation kann sich ungleich mehr PR leisten als kleine. Ich vermute mal dass Greenpeace und der WWF allein schon weil es internationale Verbände sind bester vernetzt sind als der BUND. Dass Greenpeace von Fukushima mehr profitiert hat als andere könnte auch damit zusammenhängen dass man in schon Japan gut vertreten ist, siehe Walfang-Kampagne. Grüße,
    Bobung

    • Hallo Bobung,

      du hast natürlich recht, dass dieser Vergleich nicht alle Faktoren berücksichtigt. Das ist auch gar nicht beabsichtigt, da es den Rahmen sprengen würde. Dieser Beitrag soll lediglich eine Übersicht sein.

      Klar kann man da tiefer gehen, sich bspw. die Sichtbarkeit der Seiten bei den Suchmaschinen ansehen, die Verlinkung, wann und wie welcher Akteur “socially engaged” ist etc. :-) Und ja, beim Thema Fukushima hatte Greenpeace sicherlich den Vorteil, dass sie (schon aus historischen Gründen) viel Erfahrung beim Thema Atomkraft (und Walfang) haben. Greenpeace hat ja selbst vor Ort Messungen durchgeführt.

  2. Ich habe mir vor Kurzem mal die Social Media-Aktivitäten von Greenpeace Gruppen angeschaut (allerdings noch nicht auf meinem Blog veröffentlicht). Es gibt 64 Gruppen bei Facebook mit zusätzlichen 10.000 Fans und über 30 “aktive” Twitter-Gruppen, die ingesamt 23.000 Tweets an ungefähr ebensoviele Follower verschickt haben. Bei uns vor Ort hat der BUND noch nicht einmal eine Homepage, die halbwegs brauchbare Infos liefert. Ich schätze, die Vernetzungstruktur mit Neuen Medien in der Tiefe ist bei Greenpeace einzigartig.

  3. Pingback: Greenpeace Gruppen in der Netzwelt | Gradmesser

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