permalink

0

Silvester 2009 feiert nur eine Spezies

Tiger

Foto: Tiger von Keith Roper (CC BY 2.0)

Rund 100 Millionen Euro werden die Deutschen dieses Jahr Silvester wieder für Raketen und Böller ausgeben. Den Beginn eines neuen Jahres sehen die meisten Menschen traditionell als hoffnungsvollen Neubeginn. Ob dies auch für andere Spezies zutrifft ist hingegen fraglich. Viele Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht. Der Umweltstiftung WWF zufolge hat sich insbesondere die Situation von Nashorn, Tiger und Eisbär weiter verschlechtert.

Artenvielfalt nimmt weiter ab

Verantwortlich für das vom Menschen verursachte Artensterben sind vor allem die anhaltende Zerstörung von Lebensraum, der fortschreitende Klimawandel, die wieder zunehmende Wilderei sowie die Übernutzung des Menschen. Die Bundesregierung wird daher ihr Ziel, den Verlust an Biodiversität bis zum kommenden Jahr zu stoppen, nach Angaben des WWF verfehlen.

So leben inzwischen nur noch etwa 3.200 Tiger in freier Wildbahn. Obwohl diese größenteils verboten sind: Tigerprodukte spielen gerade in der traditionellen asiatischen Medizin nach wie vor eine wichtige Rolle und bedrohen das Überleben der letzten Vertreter dieser Art. Unklar ist, ob der Südchinesische Tiger inzwischen bereits ausgestorben ist. Dass am 14. Februar 2010 in China das „Jahr des Tigers“ beginnt, muss nicht Ironie des Schicksals bleiben. Tierschützer wollen die Gelegenheit vielmehr dazu nutzen, eine weltweite Kampagne zum Schutz der Raubkatze zu starten.

Eisbär besonders betroffen vom Klimawandel

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt zeigen sich besonders beim Eisbären. Durch die globale Erwärmung schmilzt der Lebensraum des Eisbären in der Arktis buchstäblich dahin. Das Tempo der Veränderung ist zudem so groß, dass die Tiere keine Zeit haben sich anzupassen. Der WWF geht daher davon aus, dass bis zum Jahr 2050 große Teile der Arktis frei von Eisbären sein werden. Weitere „Verlierer“ des Jahres 2009 sind für die Umweltschutzorganisation zudem die vietnamesischen Annamiten-Nashörner. Nur noch acht Tiere dieser Art gibt es. Diese sind durch neue Straßen nun auch noch akut gefährdet.

Gute Nachrichten für heimische Tiere

Für zwei heimische Tierarten gibt es hingegen wieder Hoffnung. So hat der Luchs im Harz und im Bayrischen Wald neue Lebensräume gefunden. Die Chancen stehen daher gut, dass er nach 100 Jahren wieder in die Alpen zurückkehrt. Grund zur Freude hat auch der Elbebiber. Das ausschließlich in Deutschland lebende Tier kann dank einer Deichrückverlegung an der Elbe in die Auen am Ufer des Flusses zurückkehren.

Weltnaturschutzkonzerenz 2010

Das kommende Jahr wird für das Überleben zahlreicher Tierarten entscheidend sein. Auf der im Herbst stattfindenden Weltnaturschutzkonferenz könnten die Weichen gestellt werden für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Als Vorsitzende der Konferenz hat die Bundesregierung hier eine besondere Verantwortung. Ein erneutes Scheitern einer internationalen Umwelt-Konferenz kann sich auch unsere Spezies nicht leisten.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.