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Sibirische Riesenlöcher versetzen die Wissenschaftler in Aufruhr

Es tut sich etwas in der einsamen Tundra Sibirens, hier wo sich Fuchs und Igel gute Nacht sagen. Am sprichwörtlichen Ende der Welt tut sch auf einmal die Erde auf – und keiner weiß warum. Wissenschaftler rätseln. Woher kommen die Löcher und werden weitere folgen? Das erste mysteriöse Riesenloch wurde auf der sibirischen Halbinsel Jamal gefunden, rund 2000 KM nordöstlich von Moskau. Der Krater, der mit über 60 m Durchmesser durchaus imposant ist, wurde von einem Hubschrauber aus gesichtet, später folgten weitere Sichtungen.

Bereits nach der zufälligen ersten Entdeckung der Löcher im Boden der Sibirischen Tundra machten sch Spekulationen breit: Handelt es sich um Einschläge von Meterioriten oder sind jenen Löcher mit einem verräterischen Wall drum herum anders entstanden?

Die Pingo Theorie
Bernhard Diekmann, Geologe und Professor am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung hat für die Löcher eine einfache Erklärung: Die Wälle um die Löcher herum deuten auf Explosionen hin, welche einen Einschlag von Himmelskörpern aller Art schon einmal unmöglich machen. Man weiß, dass unter den Böden der arktischen Region riesige Eisvorräte vorhanden sind. Das betroffene Gebiet befindet sich in einer Region, in welcher sich Permafrostböden befinden. In diesen Permafrostböden können sich Eiseinlagerung bilden, welche im Laufe der Zeit zu großen Eislinsen anwachsen. Diese Linsen können sogar Hügel im Boden bilden, da sie immer mehr Wasser aus den Grundwasservorräten an ziehen.
Diese sogenannten Pingos bilden Hügel in der Landschaft. Wenn die Eislinse schmilzt, wie dies durch die hohen Temperaturen dieses Sommers durchaus möglich sein könnte, wird das Erdreich in den entstanden Hohlraum einsinken. Ein Krater entsteht.

Für die Richtigkeit dieser Theorie gibt es einige klare Anzeichen, jedoch gibt es noch eine weitere Hypothese:

Die Erdgastheorie

Im Permaforst Boden der Sibirischen Tundra ist nicht nur das Wasser gefroren: In ihm befinden sich auch Metangas Vorkommen – eingeschlossen durch das ewige Eis des Permaforstbodens. Wieviel Methanhydrat in den Böden lagert weiß niemand, diese Vorkommen sind noch nicht hinreichend erschlossen oder untersucht.

Durch die ungewöhnlich hohen Temperaturen des diesjährigen Sommers kann es zum Anschmelzen der Permafrost Bodenschichten gekommen sein, urteilen Experten, was zu einer explosionsartigen Entladung der Gase geführt haben muss.

Für diese Theorie sprechen die kraterförmigen Ränder der Löcher, welche auf eine Explosion hindeuten. Außerdem maßen die Forscher eine ungewöhnlich hohe Methankonzentration, der Wert lag bei über 10 Prozent.

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/krater-in-sibirien-methan-soll-loch-in-die-erde-gerissen-haben-a-984317.html
http://www.n-tv.de/wissen/Wissenschaftler-raetseln-um-Riesen-Krater-article13358966.html
http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article130829380/Mysterioese-Loecher-oeffnen-sich-in-Sibiriens-Tundra.html

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