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Ökologisch und sozial investieren mit GLS, Triodos & Co.

Riskante Immobiliengeschäfte, undurchsichtige Finanztransaktionen und nicht zuletzt das Streben nach immer höheren Renditen sind die Ursachen für eine der größten Finanz- und Wirtschaftskrisen überhaupt. Wenn Unternehmen und sogar ganze Staaten ins Wanken geraten, fühlen sich viele Menschen machtlos den Ereignissen ausgliefert. Dabei gibt es schon seit Jahren Geldinstitute, die ausschließlich in sozial und ökologisch nachhaltige Projekte investieren. Auch wenn die Zinsen niedriger sind – hier erfährt der Kunde, was mit seinem Geld eigentlich geschieht.

Triodos Bank steigt ins Privatkundengeschäft ein

Vor wenigen Tagen erst feierte die niederländische Triodos Bank ihren Einstieg ins deutsche Privatkundengeschäft. Dem Selbstverständnis der niederländischen Bank entsprechend fand die Zeremonie nicht in einem Konferenzsaal, sondern in einem Kirchenanbau statt. Auch ging es in der Prodiumsdiskussion weniger um Zinsen und Rendite als um Werte und Nachhaltigkeit. Eingeladen war unter anderem Martin Lees vom Club of Rome, der seit 30 Jahren schon vor den Risiken einer auf Wachstum basierenden Wirtschaftsweise warnt.

Chef des deutschen Zweigs der Triodos Bank ist Georg Schürmann, ehemaliger Mitarbeiter der Deutschen Bank. Die Orientierung an nachhaltigen Werten war es, was den Banker zum Wechsel bewegt hat. In seinem Leitbild erklärt das 1980 gegründete Institut:

„Wirtschaft, richtig verstanden, kann letztlich gar nicht anders als nachhaltig sein.“

Folglich finanziert die Triodos Bank nur solche Institutionen, Projekte und Unternehmen, die einen sozialen, kulturellen oder ökologischen Mehrwert schaffen. Statt in Hedgefonds oder Kohlekraftwerke wollen die Niederländer in Altenheime und Windräder investieren. In der wesentlich von (herkömmlichen) Banken verursachten Krise ist der Deutschlandstart zeitlich gut gewählt.

Nachhaltige Banken: von der Nische zum Trend?

Jedoch ist der Wettbewerb um potenzielle Kunden hart umkämpft. Beobachter gehen von einem Potenzial von mehreren Millionen Kunden aus, die mehr als nur Rendite wollen. Davon profitieren neben der Triodos Bank auch die Umweltbank, Ethikbank und Neueinsteiger Noa Bank. Letztere ist mit ihrer Ausrichtung offensichtlich auf einem guten Weg. Eigenen Angaben zufolge hat das Institut innerhalb von fünf Wochen Geschäftsbetrieb bereits über 6,4 Millionen Euro Kundeneinlagen auf Tages- und Festgeld eingesammelt. Die bekannteste Bank in diesem Segment ist die 35 Jahre alte GLS Bank. Seit 2000 kann das Geldhaus zweitstelle Wachstumsraten vorweisen und verfügt inzwischen über knapp 70.000 Kunden. Im Vergleich zu den großen Banken sind diese Zahlen dennoch bescheiden. Dafür verantwortlich ist neben der Trägheit vieler Bankkunden die Tatsache, dass hohe Gewinne weiterhin Vorrang gegenüber dem Verwendungszweck des eingesetzten Kapitals haben. Ob uns nach Bio-Produkten und Ökostrom mit den korrekt handelnden Banken ein weiterer großer Trend bevorsteht, bleibt somit abzuwarten.

Transparenz und Nachhaltigkeit

Sicher ist hingegen, dass Kunden von GLS Bank und Co. erfahren, was mit ihrem Geld geschieht. Vor zwei Wochen weihte die GLS Bank von ihr co-finanzierte Solarkraftwerke in Sachsen und Thüringen ein. Auch die Triodos Bank ist im Bereich der Erneuerbaren Energien aktiv. So finanzierte das Institut unter anderem den Aufbau einer Photovoltaikanlage in Röllbach durch die Unternehmensgruppe S.A.G. Die Ethikbank nennt sich gar „gläserne Bank“, da sie als bislang einzige Bank ihr Portfolio der Wertpapieranlagen stets aktualisiert.

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