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Müll trennen ist eben doch sinnvoll

Müll

Foto: Müll in Paketform von mueritz (CC BY-SA 2.0)

Für viele Verbraucher ist Müll trennen verwirrend oder gar überflüssig. Dabei sind Rohstoffe längst viel zu wertvoll, um nicht recycelt zu werden.

Die Abfallentsorgung ist ein komplexes Geschäft: Unseren Müll trennen wir in grünen, weißen, braunen, orangen, grauen, blauen und gelben Tonnen. Obendrein gibt es kommunal unterschiedliche Regelsysteme, in denen öffentliche Unternehmen oft mit privaten konkurrieren. Der hohe Anteil sogenannter Fehlwürfe ist folglich auch 20 Jahre nach Einführung des Grünen Punkts ein Problem.

Und wer erinnert sich nicht an die Fernsehbilder, in denen der sorgsam getrennte Müll am Ende doch in der Verbrennungsanlage landet? Das Duale System sei ineffizient, teuer und überflüssig. Diese Botschaft dient bis heute als willkommene Ausrede.

Müll widerspricht dem Kreislaufsystem

Aus historischer Perspektive ist „Müll“ eine noch recht junge, menschliche Erfindung. Rohstoffe werden zunächst entnommen, dann verarbeitet und schließlich weggeworfen. Davon profitiert heute vor allem die Konsumgüterindustrie, indem sie immer neue Produkte mit kurzer Nutzungsdauer auf den Markt bringt.

Das Problem dabei ist, dass dieses Prinzip dem Stoffkreislauf des Ökosystems widerspricht. Müll, Verschwendung oder Entsorgung sind der Natur fremd, weil hier sämtliche Stoffe komplett wiederverwertet werden. Mit Konzepten wie Recycling oder Cradle-to-Cradle wird versucht, das natürliche Kreislaufsystem nachzuahmen.

Zu wertvoll für die Tonne

Das schont nicht nur Ressourcen und Klima, sondern hat auch finanzielle Vorteile. Öl und Seltene Erden sind nur zwei bekannte Beispiele für die zunehmende Ressourcenknappheit. Die deutsche Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft erzielt einen jährlichen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro. Schon das Eigeninteresse der Entsorgungsunternehmen garantiert, dass die sorgsame Mülltrennung eben nicht überflüssig ist.

Die hohen Recycling-Quoten bestätigen das. Allein bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben (BSR) landen jedes Jahr 450.000 Tonnen getrennte Abfälle. „Davon werden knapp 80 Prozent stofflich verwertet“, so Pressesprecherin Sabine Thümler. „Je besser die Haushalte trennen, desto besser können wir verwerten.“ Nur was sich nicht recyceln lässt, werde im Heizkraftwerk verbrannt.

Warum Mülltrennung ein Heimspiel ist, erfahrt ihr in diesem Video:

2 Kommentare

  1. Ich trenne meinen Müll nicht. Einfach weil das maschinell längst besser machbar ist (Stichwort trocken und nass). Politik und Entsorgungsindustrie hat die uns aber inzwischen so erfolgreich zur Mülltrennung erzogen, dass sie sich keinen Rückzieher wagen. Deshalb sollen wir weiter sortieren. Nicht weil es sinnvoll ist.

    • Hallo Marndt,
      teilweise wird das ja auch automatisiert gemacht (etwa über Sensoren). Flächendeckend ist das bislang zu teuer. Es sei denn, wir nehmen wesentlich höhere Gebühren in Kauf.
      Den Müll selbst zu trennen ist zudem nicht nur günstiger, sondern schafft überhaupt etwas Bewusstsein für unsere Hinterlassenschaften.
      Gruß
      Christian

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