permalink

1

Mode aus Müll? Jeannette Jakob zeigt wie es geht

traktor2

Jeannette Jakob sorgt mit ihren Erfindungen aus Müll und Abfall nicht nur in der Modebranche für Aufsehen. Sie lebt in der Schweiz und betreibt erfolgreich die Firma Aragorn rezycle. Sitzgelegenheiten und Taschen hatten zuvor in der Automobilbranche ganz andere Formen und Funktionen. Damit folgt Jeannette Jakob einem neuen Trend der Nachhaltigkeit.

Neuheiten aus alten Traktorteilen & Co.

Ob für das Wohnzimmer oder als Accessoire für unterwegs – aus alten Fahrzeugteilen bastelt Jeannette Jakob Taschen und Hocker. Den Kulturbeutel gibt es bei ihr nicht etwa von der sprichwörtlichen Stange. Die „Washbags“ bestehen aus Traktorschläuchen. Typisch Schweiz darf dabei das Velo nicht fehlen, denn die Schlaufen der Washbags bestehen aus ehemaligen Fahrradschläuchen.

Ihre kuriosen Hocker heißen „Murx“. Sie bestehen aus einer Röhre aus PVC, um den ebenfalls Schlauchreste schließlich eine Art Sitztrommel entstehen lassen. Keine Tasche oder Trommel aus Jakobs Werkstatt gleicht dabei der anderen, trotzdem oder vielleicht ausgerechnet deshalb findet sie zahlreiche Interessenten. Ebenfalls in der bestehenden Kollektion sind weitere Materialien recycelt worden. Im Februar präsentiert Jeannette Jakob ihre Werke auf der Berner Trendmesse.

© Sebastiano Fancellu - Fotolia.com

© Sebastiano Fancellu – Fotolia.com

Nachhaltigkeit durch den Trend des „Upcycling“

Jeannette Jakob steht nicht alleine da. In der Schweiz und anderswo werden immer mehr Produkte nicht mehr recycelt, sondern „up-cycelt“. Ausgediente Decken, alte Brandschutzjacken oder Jackentaschen finden als Taschen neue Verwendung. Dosen, alte Skateboards, kaputtes Geschirr, selbst Briefmarken landen aktuell nicht nur im Hausmüll. Viele Tüftler und Werkstätten nehmen sich dieser Alltagsgegenstände an und schaffen mit diesen Stoffen einen neuen Mehrwert, oftmals sogar als Schmuck wie Ohrstecker.

Ein ökologisches Prinzip aus der Baubranche

Die aktuell in diesem Frühjahr präsentierten Neuheiten in der Modewelt aus Abfällen aller Art mögen so manchen erstaunen, die Idee ist jedoch älter. Eine frühe Begriffsverwendung soll bereits 1994 in Deutschland registriert worden sein. Damals soll der deutsche Ingenieur Reiner Pilz diesen Begriff des „Upcycling“ in einem Fachmagazin im Sinne einer allgemeinen Kritik verwendet haben. Pilz hatte den Vorschlag, bei der Entsorgung zahlreicher Baustoffe diese nicht nur zu recyceln, sondern aufzuwerten.

Ökologischer Umgang mit Ressourcen

Nicht nur in armen Ländern wie Haiti ist man auf diese Idee gekommen, dort wird ein Müllproblem diesmal ganz anders gelöst. Statt Müllberge mit unzähligen Plastikflaschen weiter in den Himmel wacohne viel Einsatz möglich.

Zu finden ist ihre Mode und ihre anderen Kreationen unter: http://www.aragornrezycle.ch/

1 Kommentar

  1. Echt witzig. Ich bin neulich über einen Beitrag bei Hollightly gestolpert, wo es um Klamotten aus Müll ging … und dies hier scheint mir sogar richtig sinnvoll zu sein. Wobei ich ja gerne mal ein paar Fotos von den fertigen Hockern oder Taschen gesehen hätte!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.