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Militanter Tierschutz (2): Sea Shepherd

Wahl

Foto: Whale Tail von c’est la Viva (CC BY 2.0)

Mit dem Abbruch des diesjährigen Walfangs der Japaner feiert die Tierschutzorganisation Sea Shepherd derzeit ihren bislang größten Erfolg. Immer wieder machen die Aktivisten mit spektakulären Aktionen Schlagzeilen. Sea Shepherd gilt dabei als besonders kompromisslos. Doch wer steckt eigentlich hinter der Gruppe und was treibt sie an?

Sea Shepherd: Erfolg direkter Aktion

Die Nachricht löste bei Walschützern auf der ganzen Welt erst einmal Freude aus: Wie die japanische Fischereibehörde vor wenigen Tagen mitteilte, ist der Walfang aufgrund permanenter „gewalttätiger Unterbrechungen“ durch Sea Shepherd (dt.: „Meereshirte“) am 10. Februar eingestellt worden. Drei Schiffe von Sea Shepherd hatten seit Dezember das Auslaufen der japanischen Walfangflotte behindert, Harpunenboote verfolgt und deren Wiederauftanken verzögert. Ein Großteil der 945 Wale, die getötet werden sollten, konnte so gerettet werden – zumindest für diese Saison.

Zugleich stellt der Erfolg in gewissem Maße auch die Strategie konsensorientierter Organisationen in Frage. Greenpeace etwa setzt sich ebenfalls seit vielen Jahren schon für ein Ende des Walfangs ein. Im Gegensatz zu Sea Shepherd setzt die Organisation dabei aber nicht auf illegale Aktionen und Konfrontation. Greenpeace gewinnt durch kontinuierliche Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit an Einfluss und ist so in der Lage, strukturelle Veränderungen herbeizuführen.

Sea Shepherd: Ökoterrorismus oder Ersatz-Polizei?

„Sea Shepherd bedient sich innovativer Taktiken, um zu ermitteln, zu dokumentieren und wenn nötig gegen illegale Aktivitäten auf hoher See einzuschreiten. Durch den Schutz der Artenvielfalt in den Weltmeeren arbeitet Sea Shepherd daran, das Überleben unseres empfindlich ausgewogenen Ökosystems im Ozean für zukünftige Generation sicherzustellen.“

Quelle: Selbstdarstellung Sea Shepherd Deutschland e.V.

Paul Watson war diese Form des Engagements irgendwann zu langwierig. Also verließ der Kanadier Greenpeace und gründete im Jahr 1977 die aktionsorientierte Organisation Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) zum Schutz der maritimen Tierwelt. Für Sea Shepherd ist der aktive Kampf gegen die illegalen Walfänger, in dem nach eigenen Angaben bisher zehn Harpunenboote versenkt wurden, mehr als nur legitim. Denn obwohl ein internationales Moratorium seit 1986 den Walfang de facto verbietet, töten Norweger, Japaner, Grönländer und Isländer die Meeressäuger weiterhin.

Die schnellen Boote von Sea Shepherd sind zwar schwarz gestrichen und fahren unter Piratenflagge. Das martialische Auftreten dient aber wohl in erster Linie der Imagepflege, denn die Aktivisten sehen sich absolut nicht als Freibeuter oder gar Terroristen. Vielmehr arbeite man mit den Strafvollzugsbehörden zusammen und übernehme Aufgaben auf hoher See, die eigentlich von Marine und Polizei ausgeführt werden sollten. Die gemeinnützige, von Spenden finanzierte Organisation folgt dabei ausdrücklich dem Prinzip der Gewaltlosigkeit. Tatsächlich kommt es jedoch – etwa bei Fahrtbehinderungen und Rammaktionen – immer wieder zu Verletzungen auf beiden Seiten. Besonders kritisiert wurde Sea Shepherd für den Einsatz von Buttersäure im Rahmen der Kampagne „No Compromise“.

5 Kommentare

  1. ich finde es interessant dass jetzt viele so tun als ob Greenpeace noch nie was gemacht hätte für den Umweltschutz, Walschutz etc…. und würden sich nur mit fremden Federn schmücken. Warum sollte Greenpeace Sea Shepherd erwähnen wenn andersrum Sea Shepherd der Meinung ist Greenpeace würde für den Wahlschutz nichts tun. Abgesehn davon dass Greenpeace nicht nur den Wahlschutz als Thema hat. Sea Shepherds einziges Thema ist Wahlschutz.

    Klar Greenpeace ist nicht so cool und schmeißt mit Buttersäure um sich oder rammt andere Schiffe was man durchaus als gewalttätig bezeichnen kann. Das kommt immer gut im Fernsehen und darauf ist ja auch Paul Watson aus. Das Rebellische, militante kommt natürlich immer gut an. Und dann noch schwarz gestrichene Schiffe mit Piratenfahnderln was der Coolness noch einen draufsetzt. Mit dieser Coolness kann Greenpeace nicht mithalten aber stellt auch nur irgendwer das einmal in Frage?. Paul Watson scheint Minderwertigkeitskomplexe zu haben wenn er Greenpeace ständig attackiert und beschimpft und medial dann auflaufen lässt. Paul Watson hat einen „Kopf durch die Wand“ Charakter und ich bezeichne ihn gerne als Käpitän Ahab, nicht weil Ahab Walfänger war sondern wegen seines eigensinnigen selbstzerstörrerischen Charakters.

  2. @Christian Sehr deutlich zu sehen, wie wenig Ahnung du von der Materie hast. Saugst lieber alles wie ein Schwamm auf, was die Medien dir heute vorgekaut servieren, richtig?

    Sea Shepherd setzt sich nicht nur aktiv für die Wale, sondern auch für Robben, Delfine, Schildkröten und Haie ein.

    Greenpeace tritt in den Medien mit Plakataktionen und Infoständen auf, was bringt das? Man sieht doch ganz deutlich, dass weiterhin auf bestialische Weise gemordet wird. Sea Shepherd handelt ganz richtig.

    Ich persönlich würde noch ganz andere Sachen mit diesen Menschen anstellen, denn so lernen sie es ja offenbar nicht. Ich kann jedem Zweifler nur einmal den Film „Earthlings“ ans Herz legen, vielleicht öffnet der euch mal die Augen über unsere heutige Gesellschaft voller Gewalt und Speziesismus.

  3. erst einmal muss ich Paul Watson und seine Crew zu ihrem, wenn auch nur zeitlich begrenzten, Erfolg beglückwünschen.

    Diejenigen, die Aktionen der Sea Sheperd als Gewaltaktionen sehen, muss gesagt werden, das diese, vermeindlichen Gewaltaktionen im Grunde nicht gewollt sind, jedoch von diesen Walfängern provoziert werden, die sich illegal auf Walfang begeben.

    Würden sich die Walfänger an bestehende Gesetze halten und ihre Boote im Hafen lassen, würde Watson viel Treibstoff sparen.

    In jedem Fall stehe ich voll und ganz hinter Waton und seiner Crew und wünsche ihnen auch weiterhin viel Erfolg.

  4. leider bin ich eine“arme Maus“ ,ich habe mir aber geschworen im falle eines „Gewinns“ Sea Shepherd großzügig zu unterstützen.Lieber Gott hift mir dabei.
    Gruss an alle Tierschützer und dessen Sympathisanten.

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