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Kopf an: Motor aus.

Fahrrad

Foto: Am Hügel von ph_en (CC BY 2.0)

Für unsere Wirtschafts- und Lebensweise ist maximale Mobilität von fundamentaler Bedeutung. Das Auto ist schon längst nicht mehr nur der Deutschen liebstes Kind. Und weil es so bequem ist, werden auch viele Kurzstrecken gerne mit dem PKW statt dem Fahrrad zurück gelegt. Eine vom Bundesumweltministerium (BMU) initiierte Kampagne will zum Umdenken animieren.

Motor aus für 5 DM pro Liter?

Es ist nicht leicht mit Gewohnheiten zu brechen. Die Grünen forderten im Jahr 1998 eine stufenweise Erhöhung der Mineralölsteuer. Ein Benzinpreis von 5 DM pro Liter sollte den Ausstoß an klimaschädlichen Gasen reduzieren und die Autofahrer zu einem nachhaltigen Fahrverhalten bewegen. Was folgte war ein politisches Erdbeben im Land der Autobahnen. Angesichts negativer Meinungsumfragen kurz vor der Bundestagswahl wurde die Idee kurzerhand aus dem Wahlprogramm gestrichen.

Nun macht das CDU-geführte Bundesumweltministerium einen neuen, wesentlich sanfteren Versuch, das Verhalten der Autofahrer zu ändern. In der Kampagne „Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken“ wird vor allem an den Verstand appelliert. An Argumenten mangelt es schließlich nicht. Wer öfters mal das Fahrrad nutzt oder zu Fuß geht, schont nicht nur das Klima, sondern tut auch der eigenen Gesundheit einen Gefallen. Frische Luft und Bewegung fördert zudem das psychische Wohlbefinden.

Kopf an durch Plakate?

Die Kampagne des Bundesumweltministeriums bedient sich dabei unterschiedlicher Mittel. In vielen Großstädten werden großflächige Plakate aufgehängt mit Slogans wie „Ts ts, mit dem Auto zum Bio-Laden…!“ oder „Fahren Sie doch mal Cabrio. Das umweltfreundliche auf zwei Rädern.“ Dabei setzen die Initiatoren bewusst nicht nur auf ernste, sondern auch ironische und motivierende Aussagen. Letzteres dürfte nicht allzu schwer fallen: Sonnenschein und Temperaturen von über 20 Grad machen das Umsatteln auf CO2-freie Fortbewegung nicht allzu schwer. Aktionstage, Kinospots und die sogenannte Blitzaktion sollen zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen.

Den Steuerzahler wird die zweijährige Kampagne rund vier Millionen Euro kosten. Im Vergleich zu der einen Milliarde Euro, welche die Automobilindustrie jährlich für Werbung ausgibt, ein bescheidener Betrag. Ob das Geld gut angelegt ist und zu einer anhaltenden Verhaltensänderung führt, wird auch im Nachhinein schwer zu messen sein. Dass die Hälfte aller Autofahrten kürzer als sechs Kilometer und damit radtauglich ist zeigt indes, dass viele Köpfe noch auf ihre Aktivierung warten.

1 Kommentar

  1. Der (motorisierte) Individualverkehr hat eh keine Zukunft. Daran werden auch die Elektroautos nichts ändern (von den giftigen, so gar nicht umweltfreundlichen Stoffen in den Akkus ganz zu schweigen). Denke dass das Geld vom BMU also gut investiert ist. Was man von den Unsummen für Autowerbung nicht behaupten kann – denn das bezahlt ja schließlich auch der Kunde.

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