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Klimaschutz, Atomkraft und Artenschutz – die großen Themen 2010

Atomkraftwerk Grohnde

Foto: Kernkraftwerk Grohnde von dierk schaefer (CC BY 2.0)

Jedes Jahr hat „seine“ großen Themen. Neben der Fußball-Weltmeisterschaft wird uns das Klima uns dessen Schutz auch 2010 beschäftigen. Die Bundesregierung wird sich zu Gentechnik und Atomkraft klar positionieren müssen. Und im Herbst treffen sich Politiker aus aller Welt auf der Weltnaturschutzkonferenz, um Mittel und Wege gegen das Artensterben zu finden.

Klima sucht weiterhin Schutz

Nach dem Scheitern von Kopenhagen geht die Suche nach einem Nachfolge-Abkommen für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll weiter. Wenn Kopenhagen etwas offenbart hat, dann die Diskrepanz zwischen Verantwortungsbewusstsein insbesondere westlicher Regierungen und aktuellem wissenschaftlichen Erkenntnisstand. Wichtige Termine werden sein die UN-Verhandlungen in Bonn (Juni), die G8- und G20-Gipfel in Kanada sowie die kommende UN-Klimakonferenz in Mexiko-City (Dezember).

Einiges deutet darauf hin, dass Deutschland seine Verpflichtungen sogar mehr als erfüllen wird. So könnte sich der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2012 um 27 statt 21 Prozent reduzieren. Dies hat weniger mit umweltbewußter Politik zu tun als mit dem Referenzjahr 1990. Schließlich sind nach der Wiedervereinigung mit dem Zusammenbruch der ostdeutschen Industriekombinate die Emissionen schlagartig zurückgegangen. Zudem hat die aktuelle Wirtschaftskrise dazu geführt, dass der Energiebedarf und somit auch der Ausstoß an Treibhausgagen zurückgegangen ist.

Atomkraft: Ausstieg aus dem Ausstieg?

Da Befürworter der Atomkraft diese gerne als probates Mittel gegen den Klimawandel ins Feld führen, werden die Themen Klima und Atomkraft aller Voraussicht nach (weiter) vermischt. Im ersten Halbjahr sollen Berechnungen erhoben und wissenschaftliche Studien erstellt werden, auf deren Grundlage die Bundesregierung dann im Oktober ein nationales Energiekonzept verabschieden will. Welche Rolle die Atomkraft dabei spielen wird, bleibt abzuwarten.

Für zusätzlichen Zündstoff dürfte ein im Herbst erwarteter Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben sorgen. Die seit dem Bekanntwerden der Zustände im Atommülllager Asse wieder erstarkende Anti-Atom-Bewegung bereitet sich schon jetzt auf den Widerstand vor. Der Ausstieg aus dem Ausstieg dürfte für die schwarz-gelbe Koalition ungemütlich werden.

Artenschutz im Jahr der biologischen Vielfalt

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Jahr der biologischen Vielfalt ernannt. Nicht nur in Deutschland sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. So wurde das von den europäischen Staaten erklärte Ziel, den Verlust an Biodiversität aufzuhalten, nicht erreicht. Damit die Zerstörung von Lebensräumen nicht weitergeht, rufen Umweltorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Bundesregierung auf, als Vorsitzende der Weltnaturschutzkonferenz ehrgeizige Ziele auf die Agenda zu setzen. Ob die Regierung entsprechend handelt, wird sie im Herbst zeigen müssen.

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