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„Jeden Tag müssen Tiere verrecken“

Katze

Foto: Tabby cat von malfet (CC BY 2.0)

Wenn es um Tierschutz geht, stehen vor allem große Organisationen wie der Tierschutzbund oder Vier Pfoten im Rampenlicht. Dabei gibt es auch zahlreiche unabhängige Aktivisten, die sich ehrenamtlich um vernachlässigte und misshandelte Tiere kümmern. Ein Gespräch mit der Tierschützerin Michaela Knödler aus Böbingen.

Frau Knödler, warum sind Sie Tierschützerin?
Weil ich die Augen nicht verschließen kann wenn Tiere in Not sind oder ich Missstände sehe! Die Tiere können nicht sagen wo es ihnen fehlt.

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?
Wir kümmern uns hier auf dem Land um Kastrationen bei Bauernhofkatzen und ziehen in unserer Päppelstation kleine kranke oder verwaiste Katzenkinder groß und vermitteln sie an gute Plätze, kontrollieren vorher und nachher. Wenn uns Missstände zu Ohren kommen versuchen wir mit den Leuten zu reden, denn es geht um die Tiere, wenn alles nichts nützt schalten wir das Veterinäramt ein.

Auf welche Probleme stoßen Sie dabei?
Auf taube Ohren und Sehschwäche des Veterinäramtes, sie sehen oft die Missstände nicht oder verharmlosen sie. Dann sammeln wir Beweise bis es reicht und sie was machen müssen. Die Behörden machen oft die Tierschützer runter oder arbeiten nicht Hand in Hand.

Aktuell gibt es erneut einen Fall von Tiermisshandlung. Worum geht es da genau?
Es geht hier um eine Familie, die in der Vergangenheit mehrmals aufgefallen ist wegen schlechter Tierhaltung, Misshandlungen, es wurden mehrmals Hunde ins Tierheim gebracht die körperlich und seelisch völlig kaputt waren. Die Hunde haben Angstzustände z.B. vor Schaufeln und Füßen und hatten etliche Wunden, waren verdreckt und voller Parasiten. Sie haben auch einen Hund umgebracht. (…) Wir haben dann sieben Welpen rausgekauft. (…) Ich habe von all dem Videos, Bilder und Zeugenaussagen unterschrieben. Dann haben wir verschiedene Zeugenaussagen die belegen, dass diese Familie Tiere quält und nicht artgerecht hält. Die Tiere werden möglichst billig gehalten. Das ist nur das Grobe, ich könnte hier einen Roman schreiben…

Sie arbeiten unabhängig zusammen mit zwei Mitstreiterinnen. Warum engagieren Sie sich nicht in einer großen Tierschutzorganisation?
Ja, das stimmt aber nur weil der Tierschutzverein nicht so arbeitet wie wir es gern hätten. Die haben die Zeugenaussagen nicht eingeholt sondern wir drei Hausfrauen… Die kümmern sich lieber um Katzen, die kastriert werden müssen. Aber dieses Tierleid da stellt alles in den Schatten! Es geht uns zu langsam, weil wir wissen dass jeden Tag Tiere verrecken müssen – sterben sieht bei denen anders aus. Und deshalb werden wir hier nicht locker lassen.

Was war Ihr bislang größter Erfolg?
Das ist schwer zu sagen, aber siehe selbst: http://siggiundmicha.de.tl/Home.htm.

Frau Knödler, vielen Dank für das Gespräch!

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