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Grüne Städte sind kühler

Grüne Stadt

Foto: Roof Gardens, Basing View von Mike Cattel (CC BY 2.0)

Schon heute lebt mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Folglich wird ein Großteil der von Menschen verursachten Treibhausgase auch hier ausgestoßen. Doch Städte sind nicht nur Verursacher des Klimawandels, sondern auch am stärksten davon betroffen. Grünflächen können dazu beitragen, dass sich Beton und Asphalt nicht immer weiter aufheizen.

Städteplaner müssen heute schon an das Klima von morgen denken. Dabei liegen die Prognosen über das Ausmaß der globalen Erwärmung weit auseinander. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) etwa rechnet, abhängig von den Zuwachsraten aller Treibhausgase und dem angewandten Modell, bis 2100 mit einer Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur um 1,1 bis 6,4 Grad Celsius. Für Städteplaner stellt der Klimawandel somit eine besondere Herausforderung dar.

Schlaflosigkeit durch Tropennächte

Schon jetzt leiden viele Stadtbewohner unter hohen Temperaturen und Schlaflosigkeit. Vor allem in großen Städten kann es nachts warm werden, weil die Sommersonne an heißen Tagen den Beton aufheizt und dieser nachts nur langsam wieder abkühlt. In den sogenannten tropischen Nächten fällt die Temperatur nicht unter 20 Grad Celsius. Der Regionale Klimaatlas der Helmholtz-Gemeinschaft geht in der „mittleren“ Prognose davon aus, dass bis zum Ende des Jahrhunderts die Zahl der tropischen Nächte im Durchschnitt um 14 zunehmen wird. Zum Vergleich: An zentralen Orten wie dem Berliner Alexanderplatz werden im langjährigen Mittel derzeit fünf Tropennächte pro Jahr gemessen.

Grünflächen gegen Wärmestau

Grünflächen binden nicht nur schädliche Klimagase, sondern sind auch gegen den Wärmestau in Städten besonders gut geeignet. Pflanzen speichern wesentlich weniger Wärme und verdunsten obendrein viel Wasser, was wiederum angenehm kühlend wirkt. Begrünte Dächer können sogar die darunter liegenden Räume kühlen. Parks haben zwar ebenfalls diesen Effekt – die kühle Brise reicht in der Regel jedoch meist nur etwa 100 Meter weit. Von Parks profitieren in tropischen Nächten somit nur die unmittelbaren Anwohner. Erfahrungsgemäß haben gleichmäßig verteilte Grünflächen mit einer Mindestgröße von einem Hektar zwischen den Häusern eine größere Wirkung.

„Blockieren Gebäude den Wind, spürt man von der kühlen Nachtluft in den Grünanlagen wenig“, so der Klimatologe Dieter Scherer von der Technischen Universität Berlin. Er empfiehlt daher unterschiedlich hohe Bebauung, viele Parkanlagen mit Baumgruppen, Büschen und Wiesen. Indem der Wind so auf unterschiedliche Widerstände stößt, könnten Luftwirbel kühle Luft aus der Höhe in Richtung Boden ziehen.

Grüne Ideen gesucht

Die großen Städte müssen ihre Infrastruktur an den Klimawandel anpassen. Neue Grünanlagen werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Und neue Fragen aufwerfen, wie zum Beispiel: Wo soll das zusätzliche Wasser für Pflanzen und Bäume herkommen? Wie die WWF-Studie „Big Cities. Big Water. Big Challenges“ zeigt, haben schon heute besonders die großen Metropolen der Welt mit Wasserknappheit zu kämpfen.

Nach Antworten auf diese und ähnliche Fragen sucht auch der Nachrichtensender CNN. Im Vorfeld des kommenden UN-Klimagipfels im südafrikanischen Durban hat CNN eine neue Sendereihe namens „Road to Durban: A Green City Journey“ gestartet. Hier soll gezeigt werden, was Städte in verschiedenen Ländern gegen den Klimawandel unternehmen. In der kommenden Folge am 21. September geht es um deutsche Städte. Der Sender sucht daher nach Ideen und Projekten, die einen besonderen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft in grüneren Städten leisten. Vorschläge können formlos direkt bei CNN, über Twitter oder Facebook eingereicht werden.

1 Kommentar

  1. Als Hamburgerin kann ich nur sagen, dass es schön ist in einer grünen Stadt zu leben. Natürlich könnten es noch viel mehr Bäume sein, aber immerhin. Bäume sind ja auch für die Psyche der gestressten Großstädter wunederbare Erholungsorte. Für unsere Kinder ist das auch toll. Wald gefällt ihnen besser als jeder Spielplatz.

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