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Greenwashing (3): Danone

Joghurt

Foto: Yoghurt, anyone? von tanakawho (CC BY 2.0)

Dieses Mal war die Danone-Werbung besonders dreist. Der Lebensmittelkonzern bezeichnete die Becher der Marke Activia wider besseres Wissen als „umweltfreundlicher“. In einer Unterlassungserklärung verpflichtet sich das Unternehmen nun, auf die Verbrauchertäuschung zu verzichten.

Werbeversprechen und Wirklichkeit

Seinem Selbstverständnis nach steht Danone für gesundheitsfördernde Produkte und nachhaltiges Wirtschaften: „Wir wollen Gesunde Ernährung, eine Intakte Umwelt und ein Verantwortungsvolles Miteinander auf allen Ebenen unseres unternehmerischen Handelns miteinander verbinden.“ Bei der Produktentwicklung lege man zudem besonderen Wert auf Wissenschaft und Forschung.

Allerdings müsste Danone dann eigentlich wissen, dass Milchprodukte ab einem Alter von drei Jahren alles andere als gesund sind. Vielleicht haben hier gerade deshalb übertriebene Werbeversprechen fast schon Tradition. So verlieh Foodwatch dem Trinkjoghurt der Marke Actimel 2009 den „Goldenen Windbeutel“ für die „dreisteste Werbelüge des Jahres“. „Actimel schützt nicht vor Erkältungen – es stärkt das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, ist aber vier Mal so teuer und doppelt so zuckrig. Die Werbung von Danone ist ein großes probiotisches Märchen“, so Anne Markwardt von Foodwatch.

Greenwashing mit Biokunststoff

Im aktuellen Fall geht es um Greenwashing in Reinform. Seit April wirbt Danone damit, seine Activia-Becher aus dem Biokunststoff Polylactid (PLA) auf Maisbasis seien „umweltfreundlicher“ als die Vorgängervariante auf Rohölbasis. Dabei berief sich der Hersteller auf Ergebnisse einer eigens in Auftrag gegebenen Ökobilanz-Studie. Allerdings hat sich Danone auf lediglich zwei (von insgesamt zwölf) Kategorien bezogen, in denen die PLA-Becher besser abschneiden als die herkömmlichen Verpackungen. In der Gesamtbetrachtung stellten die Wissenschaftler fest, dass Biokunststoffe „ökobilanziell“ weder besser noch schlechter sind.

Eine solch selektive Auslegung der Studie hätte vor Gericht wenig Aussicht auf Erfolg. Deshalb hat sich Danone nun im Rahmen eines Vergleichs mit dem Kläger Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) dazu verpflichtet, auf die irreführende Bezeichnung zu verzichten. Ab dem 27.12.2011 dürfen somit keine Activia-Becher aus PLA mit dem Aufdruck „umweltfreundlicher“ oder „umweltfreundlicherer“ mehr im Handel vertrieben werden.

Danone will an Bechern festhalten

Zum Unmut der Umwelthilfe will Danone an den PLA-Bechern selbst weiter festhalten. Dabei werden diese derzeit weder getrennt sortiert, noch stofflich recycelt. „Das Festhalten an einer Verpackung ohne Recycling entspricht nicht dem heutigen Verständnis von Umweltverträglichkeit und Ressourcen-Effizienz. (…) Wir fordern Danone auf, nur solche Verpackungen einzusetzen, welche tatsächlich gesamtökologische Vorteile aufweisen“, so Maria Elander von der DUH.

2 Kommentare

  1. Toller Beitrag Genk. Die Welt geht unter, weil an der Natur Raubbau betrieben wird, aber hauptsache dir hat’s geschmeckt. Wirklich großes Kino.

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