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Greenwashing (2): McDonald’s

Pommes bei Mc Donalds

Foto: Unbenannt von Jaqueline Arashida (CC BY 2.0)

McDonald’s wird für Regenwaldzerstörung verantwortlich gemacht und gehört zu den größten Müllproduzenten überhaupt. Um das fragwürdige Image loszuwerden, hat der Konzern ein Nachhaltigkeitskonzept ins Leben gerufen und das Rot im Hintergrund seines Logos gegen Grün ausgetauscht. Dabei handelt es sich um nichts anderes als Greenwashing in Reinform.

Nachhaltigkeitsstrategie von McDonald’s

Wenn McDonald’s Deutschland in diesem Jahr erstmals einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht, ist das ein Signal für die ganze Branche: Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind auch in der sogenannten Systemgastronomie angekommen. Das hört sich nicht nur gut an, sondern ist sogar mit konkreten Plänen verbunden.

So soll der Anteil des Strom aus Erneuerbaren Energien von derzeit 25 Prozent bis 2014 auf 100 Prozent erhöht werden. Zudem werden die derzeit 1386 Filialen sukzessive umgebaut und optimiert. Die Restaurants sollen künftig energieeffizient beleuchtet und mit aus Abluft gewonnener Wärme beheizt werden. Daneben möchte McDonald’s nur noch solche Fische verarbeiten, welche durch das Marine Stewardship Council (MSC) zertifiziert werden. Und damit das auch tatsächlich umgesetzt wird, sollen sich die variablen Vergütungen der McDonald’s-Top-Manager vom kommenden Jahr an unter anderem daran bemessen, inwieweit die gesteckten Nachhaltigkeitsziele erreicht wurden.

Vom Saulus zum Paulus?

Ob der Farbwechsel im Logo wirklich einer neuen Unternehmensphilosophie entspricht, ist bei genauerem Hinsehen unwahrscheinlich. Zum Beispiel wird der Kaffee bei McCafé laut McDonald’s zu 100 Prozent nachhaltig angebaut, da er ausschließlich aus Farmen mit Rainforest Alliance-Zertifikaten stammt. Tatsächlich werfen Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen der Rainforest Alliance seit langem vor, Greenwashing zu betreiben. Und zu den Hauptgeldgebern der Organisation gehört neben Nestlé, Kraft und Chiquita nicht zufälligerweise eben auch McDonald’s selbst.

Beim Thema Ökostrom ist die Herkunft des Stroms entscheidend. McDonald’s lässt offen, ob der gewählte Stromversorger ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien liefert und in deren Ausbau investiert oder nicht. Aus finanzieller und Umweltperspektive macht es nun mal einen großen Unterschied, ob der Ökostrom beispielsweise von Greenpeace Energy oder RWE stammt.

McDonald’s: Desaströse Umweltbilanz

Abgesehen davon fördert McDonald’s den Konsum von Fleischprodukten, was de facto eine massive Verschwendung von Lebensmitteln bedeutet: Für die „Erzeugung“ von einem Kilo Fleisch wird mehr als die 7-fache Menge an Getreide verfüttert. Allein McDonald’s Deutschland verarbeitet pro Jahr etwa 24.000 Tonnen Huhn und 36.000 Tonnen Rind. Für den Anbau der Futterpflanze Soja werden immer noch Regenwald-Flächen zerstört und in Monokulturen verwandelt. „McDonalds kauft Hühnerfleisch von Firmen, die in Brasilien an illegaler Brandrodung und Soja-Landwirtschaft mit Sklavenarbeitern gut verdienen,“ sagt Denise Völker von Greenpeace.

Isabelle Reinery von Oekom Research wirft McDonald’s vor, immer noch keine ehrgeizigen Standards zu haben, um etwa nachhaltige Landwirtschaft in der Lieferkette zu fördern. Für ein globales Unternehmen dieser Größenordnung sei auch das Klimaschutz-Engagement zu gering. Um wirklich ein „grünes“ Unternehmen zu werden, müsste McDonald’s zunächst einmal die desaströsen Folgen einer Jahrzehnte dauernden Unternehmenspraxis, in der Umwelt- und Naturschutz keine Rolle spielten, kompensieren (bspw. durch Wiederaufforstung und Renaturierung). Zudem müssten das Fleischangebot reduziert und akzeptable Tier- und Umweltschutzstandards eingeführt werden. Eine solche grundsätzliche Kehrtwende wäre konsequent, ist aber unwahrscheinlich. Schließlich würden die Burger dann sicherlich mehr als einen Euro kosten.

3 Kommentare

  1. Klar, warum Mäckes jetzt einen auf öko macht: Seit Mc Café gehen da auch Leute hin, die im Bioladen einkaufen, grün wählen, hipp und links sind. Da muss sich Mc Donalds jetzt wohl oder übel anpassen.

  2. man kann das natürlich negativ sehen, muss es aber nicht. Wenn sich McDonalds jetzt bemüht, nachhaltiger zu arbeiten, was ist daran falsch? Ab wann ist denn das Grün im Logo „angemessen“? Das ist doch Auslegungssache. Ist doch schön dass selbst so große Firmen nicht mehr drum herum kommen, umweltfreundlicher zu werden. Wir kleinen Verbnraucher sind eben doch nicht so klein wie wir manchmal glauben.

  3. Ich sehe das so wie Burgerfan. Allein das Umdenken in die andere Richtung und entsprechende Schritte dahin sind schon viel wert. Natürlich kommt das nicht alles auf einmal. Macces ist und bleibt ein kommerzielles Unternehmen, also muss sich der Umstieg auch irgendwie rechnen. Also wird so ein Imagewechsel auch schrittweise vollogen. Inwieweit das nun tatsächlich reichen wird oder wie „grün“ der Konzern wirklich werden soll, ist natürlich noch ein anderes Blatt.
    Aber allein der Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromanbieter könnte schon sehr viel ausmachen. Das Problem mit dem Abfall sehe ich allerdings in keinem Fall angegangen.
    Zumindest was das Fleisch angeht, wird sich nicht viel ändern. Ich kann mir auch keinen Burger ohne Fleisch vorstellen…

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