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Greenpeace veröffentlicht CO2-Karte

Braunkohlekraftwerk

Foto: RWE Weisweiler von glasseyes view (CC BY-SA 2.0)

Nach der Veröffentlichung einer Karte mit potenziellen Endlagerstätten für das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2) sind viele Menschen verunsichert. Besonders in Niedersachsen kommen offenbar zahlreiche Gemeinden für die unterirdische Speicherung von verpresstem CO2 in Frage. Laut Greenpeace wurden Standorte wie ein „Staatsgeheimnis“ gehütet, um keine Bürgerproteste hervorzurufen.

Betroffene Gemeinden überrascht

Den Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge sind in Deutschland 408 Standorte als mögliche CO2-Speicher im Gespräch. Die meisten Markierungen der Karte befinden sich im Wattenmeer und in Niedersachsen. Aber auch unterhalb Berlins scheint eine Endlagerung aus geologischer Sicht möglich. Viele betroffene Gemeinden zeigen sich überrascht, da sie über die Pläne bislang überhaupt nicht informiert wurden.

Die heiklen Daten stammen aus einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Weil die Behörde Greenpeace die Daten zwar übermittelt, deren Weitergabe und Verbreitung jedoch ausdrücklich untersagt hatte, dürfte die Angelegenheit ein juristisches Nachspiel haben. Rechtlich ist allerdings umstritten, ob die Bundesanstalt als Urheber der Liste gelten kann. Schließlich handelt es sich hierbei um wissenschaftliche Daten, welche von der Behörde nicht „geschaffen“ wurden. Letztlich wird darüber ein Gericht entscheiden müssen, ob die Liste im Sinne des Urheberrechts schützenswert ist.

Unausgereift und gefährlich: CCS

Das sogenannte CCS-Verfahren (“Carbon Capture and Storage“) ist nicht umsonst äußerst umstritten. Mit CCS soll Kohlenstoffdioxid, welches insbesondere beim Betrieb von Kohlekraftwerken entsteht, gefiltert und anschließend unter hohem Druck dauerhaft unterirdisch gelagert werden. Da die Technologie noch nicht ausgereift ist, existieren bislang nur kleine Pilotanlagen. Umweltschützer und Anwohner befürchten, dass das Gas entweichen und das Grundwasser verseuchen könnte. Ein Gesetz, das den Bau und Betrieb entsprechender Anlagen regelt, ist bislang am Widerstand der Länder gescheitert.

Und die Sorge vor öffentlichem Widerstand führt zu immer mehr Intransparenz seitens der Politik und Energiekonzerne. Was die Skepsis an der Technologie wiederum verstärkt. So hat zum Beispiel Vattenfall eine Erlaubnis zur Erkundung der geologischen Bedingungen in Beeskow bei Berlin beantragt – zunächst mit Erfolg. Gegner der CO2-Verpressung haben nun dagegen geklagt. Es sei offensichtlich, dass Vattenfall in Wirklichkeit prüfen will, ob hier eine Lagerung von CO2 möglich ist.

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