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Gärten erobern die Stadt

Cityfarm

Foto: 06-City-Farm-Chicago-IL von Piush Dahal (CC BY 2.0)

Frisches Obst und Gemüse ohne Pestizide und lange Transportwege: Die Bio-Branche verzeichnet weiterhin hohe Zuwachsraten, weil gesunde und nachhaltige Ernährung voll im Trend liegt. Wer einen Schritt weiter geht, entscheidet sich für die (teilweise) Selbstversorgung. Dabei geht es meistens um mehr als Ernährung. Besonders in der Stadt erlebt der Garten derzeit eine Renaissance.

Eine andere Welt ist pflanzbar

Die neue Gartenbewegung ist alles andere als traditionell und rückwärtsgewandt. Vielmehr sind es Menschen mit ganz unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen, die sich für eine moderne Form der Selbstversorgung entscheiden. Entsprechend heterogen sind die Konzepte und deren Bezeichnungen: „Urban Farming“, „Cityfarming“, „Mobile Landwirtschaft“ oder „Internationale/Interkulturelle Gärten“.

Wie das Beispiel des „Prinzessinengartens“ in Berlin-Kreuzberg zeigt, geht es dabei nicht nur um eine gesunde und ökologische Ernährung. Vor knapp zwei Jahren verwandelten Anwohner und Helfer eine brach liegende Fläche im Zentrum der Hauptstadt in eine grüne Oase. Neben dem Anbau alter und seltener Sorten soll der Garten auch ein Ort für Wissensaustausch, Kommunikation und Entspannung sein. Die modernen Gärtner verstehen ihr „(…) alternatives städtisches Grün als einen Bildungsgarten und als Instrument, um die Nachbarschaft in dem sozial schwachen Quartier zu stärken und zu aktivieren.“

Die Renaissance der Gärten ist dabei keine deutsche Besonderheit. Die Honig produzierenden Bienen von Paris haben weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die „City Farms“ in Großbritannien erfreuen sich seit Jahren immer größerer Beliebtheit. Und in New York gibt es mit den „Community Gardens“ bereits seit den siebziger Jahren entsprechende sozial-ökologische Projekte.

Bioläden sind kein Ersatz

Obwohl die Bio-Branche weiter boomt, kann sie die Bedürfnisse vieler umwelt- und ernährungsbewusster Menschen offenbar nicht ganz befriedigen. Bio-Produkte sind zwar gesund und kommen ebenfalls aus ökologischer Landwirtschaft – doch ein Bioladen ist nicht in dem Maße Ort sozialer Interaktion wie ein urbaner Garten. Und nicht selten ist der Kontakt mit Natur, die unmittelbare körperliche Arbeit oder einfach das Beobachten natürlichen Wachstums insbesondere für den Großstädter eine entspannende, ja fast schon heilende Erfahrung.

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