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Das stille Massensterben

Straße durch den Amazonas

Foto: Road through the Amazon von Ben Sutherland (CC BY 2.0)

Erst kürzlich berichteten wir über die CITES-Konferenz in Doha. Hier zeigte sich erneut dass Artenschutz häufig Wirtschaftsinteressen unterliegt. So resümierte Pro Wildlife-Sprecherin Daniela Freyer: „Vor allem bedrohte Meerestiere wie Rote Thunfische, Haie und Korallen aber auch Eisbären hätten dringend einen besseren Schutz benötigt. Hier hat ganz klar der kurzfristige Profit über den Naturschutz gesiegt.“ Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen zeigt nun, wie krank das globale Ökosystem wirklich ist. Den Autoren zufolge kann ein drohendes Massensterben wie vor 65 Millionen Jahren nur durch einen radikalen Politikwechsel verhindert werden.

Bereits vor acht Jahren hatten Regierungen insgesamt 21 Ziele vereinbart, welche das Artensterben und den Verlust ökologischer Lebensräume zumindest bremsen sollten. Das Ergebnis der Convention on Biological Diversitiy ausgerechnet im Jahr der Artenvielfalt der Vereinten Nationen: keines der Zeile ist erreicht worden. Die Biologen warnen vor allem vor sogenannten Tipping Points. Plötzliche, unkalkulierbare Ereignisse können zum Zusammenbruch angeschlagener Ökosysteme führen.

Artensterben im Amazonas

Zum Beispiel des Amazonas-Regenwalds. Rodung, Buschfeuer und Klimawandel beeinflussen und potenzieren sich hier gegenseitig. Dem Ökologen Paul Leadley zufolge müssen daher alle drei Probleme gelöst werden. Andernfalls werden Leadleys Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2030 rund zwei Drittel aller Baumarten aussterben. Zugleich würde dabei so viel Kohlenstoffdioxid emittiert wie die Menschheit sonst in zwei Jahren ausstößt. Die Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme wären verheerend.

Die Wissenschaftler fordern in ihrem Bericht einen radikalen Kurswechsel sowohl im Artenschutz als auch im wirtschaftlichen Handeln. Die ökologischen Auswirkungen von Wachstum und Konsum müssten in die ökonomische Bilanz integriert werden. Der Global Biodiversity Outlook empfiehlt daher ein weltweites Programm zur Regenerierung der Ökosysteme, welches den Klimawandel verlangsamen könnte.

Eine Zusammenfassung des Global Biodiversity Outlook können Sie sich hier herunterladen.

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