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Das Geschäft mit der Umwelt

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Umweltorganisationen wie Greenpeace gelingt es nicht, ökologische Probleme wie den Klimawandel oder das Artensterben zu lösen. Ökonomisch sind sie dennoch erfolgreich, da ihre vermeintlichen Lösungen das Gewissen beruhigen.

Aufstieg ohne messbare Erfolge

Greenpeace unterhält weltweit über 40 Büros und beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Allein Greenpeace Deutschland hat im vergangenen Jahr knapp 49 Millionen Euro erwirtschaftet. Rund drei Millionen Förderer glauben, dass ihre Spenden für die größte Umweltorganisation einem guten Zweck dienen.

Der ökonomische Aufstieg professioneller Interessenvertreter geht sogar weiter, obwohl der Klimawandel an Fahrt aufnimmt und ganze Nahrungsketten zusammenbrechen. Warum das so ist: Greenpeace und andere profitieren von der Komplexität globaler Umweltprobleme, weil kritische Kosten-Nutzen-Rechnungen kaum möglich sind. Eine Kampagne gilt dann als erfolgreich, wenn sie die Bekanntheit der Organisation und das Spendenaufkommen erhöht. Das eigentliche inhaltliche Ziel ist lediglich der willkommene Anlass.

Beispiel VW-Kampagne

Wie das Geschäft mit der Umwelt funktioniert, zeigt die aktuelle VW-Kampagne. Greenpeace kritisiert darin, dass sich der Konzern gegen schärfere Klimaauflagen wehrt und weigert, vorhandene Effizienztechnologien in Serie einzubauen. Dabei sollten die Umweltschützer eigentlich wissen, dass der Verbrauch eines Fahrzeugs ohnehin keine Rolle spielt: Ob das Ölvorkommen noch 20 Jahren für alle 6-Liter-Autos ausreicht oder noch 40 Jahre für doppelt so effiziente Fahrzeuge – die Klimabilanz ist am Ende die gleiche. Doch Greenpeace braucht offenbar einen Gegenspieler, um sich öffentlichkeitswirksam zu profilieren.

Spenden als Ersatzhandlung

Umweltorganisationen wollen uns glauben machen, dass sie mit unserem Geld die Welt verbessern. Doch das ist ein gefährliches Versprechen, da es zu Selbstzufriedenheit verleitet und die Bequemlichkeit des Einzelnen fördert. Eine Spende ist schließlich nur eine Ersatzhandlung, mit der sich Klimawandel und Artensterben kaum aufhalten lassen.

In diesem Sinne kann der Versuch nur kontraproduktiv sein, die eigene ökologische Verantwortung an professionelle Umweltorganisationen zu delegieren. Greenpeace sollte nicht Volkswagen an den Pranger stellen, sondern den Auto fahrenden Verbraucher. Dass das geschehen wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

6 Kommentare

  1. Finde es schon dreist was Volkswagen macht. Die haben doch sogar eine „eigene“ Effizienzklasse erfunden um umweltfreundlciher dazu stehen. Deshalb ist die Kritik von Greenpeace völlig okay, finde ich. Wenn da keiner Druck macht, wer sonst? Die auf die Wahlen schielenden Politiker?

    Grüße
    Kommentator

    • Stimmt schon, VW gehört sicherlich nicht zu den „nachhaltigen“ Herstellern (was in der Automobilbranche ohnehin nicht möglich ist…). Nur solange die Verbraucher weiter Autos kaufen – egal ob „sparsam“, durstig oder elektro – wird sich nichts ändern. Es ist halt immer leicht Veränderung von oben zu fordern.

      Grüße
      Christian

  2. Guter Artikel!

    Die systemerhaltende Funktion von Organisationen wie Greenpeace wird zu selten aufgezeigt. Zum einen handelt es sich um Wirtschaftsunternehmen, die Profit erwirtschaften wollen/müssen. Somit ist das Ziel nur sehr bedingt eine (grundlegende) Veränderung, die implizieren würde, dass sich das Unternehmen selbst abschafft. Und zum anderen ermöglichen sie ein kollektives Abgeben der Verantwortung: Spenden, Petitionen online ausfüllen und ein paar Bioprodukte im Einkaufswagen – der gute Mensch von heute.

    • Danke! Ja, die dahinter steckende Logik entspricht auch wieder unserem kapitalistischen Denken, wonach sich sämtliche Probleme mit Geld lösen lassen. Ungeachtet dessen, dass das Geld wiederum aus dem Kreislauf stammt, dessen Folgen ja gerade mit der Spende beseitigt werden sollen.

  3. Hi,

    sicherlich sind Umweltorganisationen immer auch eine Industrie. Manchmal sind sie für mich als Einzelnen aber der fast einzige Weg um Veränderungen mitzubewirken: Wenn ich gegen den Walfang bin, kann ich entweder auf das Essen von Walfleisch verzeichten (keine wirkliche Option, da ich noch nie Walfleisch gegessen habe) oder ich kann Greenpeace unterstützen, weil Sie Walfangschiffe behindern können. Kaufe ich mir dafür ein Gutes Gewissen – schon. Aber zumindest ein wenig helfe ich auch den Walen.

    • Hallo Kunibert,
      stimmt, so etwas wie Walfang kann man kaum über den Konsum verhindern. In solchen speziellen Fällen sind professionelle Organisationen sicherlich hilfreich.
      Viele Grüße
      Christian

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