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Comeback der Dose trotz Dosenpfand?

Dosen

Foto: Dosen von mdornseif (CC BY-SA 2.0)

Vor einigen Jahren wurde die beliebte Dose mit einem Dosenpfand versehen. Die Mehrwegflasche galt als die wesentlich umweltschonendere Getränkeverpackung, welche sich nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen weitgehend durchgesetzt hat. Doch in jüngster Zeit sind immer häufiger wieder Dosen in den Regalen der Supermärkte zu sehen.

Pünktlich zur Fußball-WM haben einige Lebensmitteldiscounter erstmals wieder Paletten mit Bier- und Cola-Dosen in ihr Sortiment aufgenommen. Den Lebensmittelkonzernen zufolge entspreche dies dem vielfachen Wunsch der Kunden. Positiv hervorgehoben werden vor allem Frische und Haltbarkeit der so verpackten Getränke. Dabei dürfte auch der Preis eine Rolle spielen: Die Dose kostet den Handel vier bis fünf Cent weniger als die PET-Flasche.

Ökobilanz der Dose: besser als ihr Ruf?

Das Einwegpfand (umgangssprachlich: „Dosenpfand“) in Höhe von 25 Cent wurde im Jahr 2003 eingeführt, um ökologisch sinnvollere Alternativen zu fördern und die abgegebenen Dosen recyceln zu können. Vertreter des Handels weisen darauf hin, dass die Ökobilanz der Dose sich daher deutlich verbessert habe. Dank des Pfands werde das Aluminium und Weißblech inzwischen größenteils wiederverwertet. Zudem sei die Dose dank verbesserter Produktionsprozesse um knapp ein Drittel leichter als früher. Einer aktuellen Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) zufolge ist Ökobilanz der Dose daher nicht schlechter als die der Mehrwegflasche aus Kunststoff (PET) und Glas.

Inszenierung eines Comebacks zur WM

Die Grünen-Abgeordnete Dorothea Steiner kritisiert den Versuch einiger Lebensmittelketten, während der entspannten WM-Atmosphäre die Dose wieder salonfähig zu machen: „Dabei ist klar, dass zur Dosenherstellung wertvolle Rohstoffe verschwendet werden und der Energieaufwand überdurchschnittlich hoch ist. Trotz aller Steigerung der Recyclingquoten ist klar, dass noch immer viele Dosen niemals wiederverwertet werden.“

Konkret geht das Bundesumweltamt (BMU) davon aus, dass nur die Hälfte der Dosen recycelt werden. Die genannte Studie hingegen basiert hingegen auf der Annahme, dass das Material komplett wiederverwertet wird. Obendrein wurden die Umlaufzahlen des Konkurrenzproduktes aus Glas auf 25 beziffert. Umfragen bei Abfüllern haben aber ergeben, dass Glasflaschen rund 50 Mal wiederbefüllt werden. Diese „Korrekturen“ kommen nicht von ungefähr: Auftraggeber ist schließlich der Europäische Verband der Getränkedosenhersteller BCME. Vielleicht erklärt ja das auch den ziemlich passenden Zeitpunkt der Veröffentlichung.

BMU und Umweltverbände betonen, dass Mehrwegsysteme grundsätzlich umweltschonender sind als Einwegsysteme. Verbrauchern wird zudem der Kauf regionaler Produkte empfohlen, da hier die Transportentfernungen kürzer sind. Ob Netto und Penny mit ihrem Versuch eines Comebacks der Dose Erfolg haben, hängt somit wie so oft vom Kaufverhalten der Kunden ab.

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