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Fracking ist zur Zeit in aller Munde

Die Amerikaner tun es, die Deutschen machen es nach. Dahinter steckt ja auch ein Milliardengeschäft. Die Motivation der USA ist ganz klar, und die Amerikaner haben diesbezüglich auch nichts zu verbergen: Sie möchten wieder der weltweit führende Produzent und Exporteur von Erdöl und Erdgas werden und vor allem auch total unabhängig sein von den unberechenbaren Regierungen in Nahost. Zu diesem Zweck wird Fracking in den USA schon seit Jahren in ganz großen Stil betrieben.

Die Methode ist durchaus aufwendig und kostenintensiv. Unter enormem Hochdruck wird eine Emulsion aus Wasser, Sand und Chemikalien, deren genaue Zusammensetzung die Industrie als Industriegeheimnis hütet, in den tiefen Untergrund gepumpt mit dem Ziel, vorhandene, ruhende und verheilte Störungen im Gestein wieder aufzubrechen, um so Wegigkeiten zu schaffen für Kohlenwasserstoffe, die unter den dort herrschenden Druck-Temperatur-Bedingungen relativ fest im Gestein, z. B. im Schiefer, eingekapselt sind. Und der Erfolg gibt ihnen Recht. Die Erdöl- und Erdgasproduktion nimmt auf Grund des zunehmenden Einsatzes des Frackings ständig weiter zu.

Längst haben sich skeptische Bürgerinitiativen zu Wort gemeldet, deren Zahl ebenfalls beständig ansteigt. Sie befürchten zu Recht eine Kontamination des Grundwassers mit der Folge, dass die giftigen Chemikalien in die Nahrungskette gelangen. Kürzlich wurde ja der Film Gasland (sehr empfehlenswert), der sich mit der Problematik intensiv auseinander setzt, in Arte gezeigt.

In Deutschland und auch in der Schweiz wird das Fracking auch bei Projekten der tiefen Geothermie eingesetzt. Die Bohrungen reichen zu diesem Zweck bis in ca. 4000 m Tiefe, dort herrschen Temperaturen von ca. 150°C. Auch hier ist das Ziel eine deutliche Vergrößerung der Oberflächen alle Risse und Störungen im Sinne einer Effizienzsteigerung des Wärmetauschers. Dann wird kühles Wasser unter Hochdruck in den Untergrund gepumpt, um es an anderer Stelle durch eine andere Bohrung wieder heiß nach oben zu befördern, nachdem das Wasser längere Zeit durch das heiße Gestein diffundierte. Klingt gut und umweltgerecht, hat aber auch Nebenwirkungen. Es treten nämlich durch das Fracking induzierte Erdbeben auf, ein weit gediehenes Projekt bei Basel musste wegen einer Magnitude von immerhin 3,5 (ca.) bereits ganz gestoppt werden. Eine vorgeschriebene, seismologische Überwachung ist bei tiefen Geothermie-Projekten inzwischen Gang und Gäbe.

Was man den Bürgerinitiativen, die sich kritisch mit dem Thema Fracking auseinander setzen, noch mit auf den Weg geben kann, das ist ein ganz wichtiger Umwelt- und Klimaaspekt, der bei der gesamten Diskussion bisher leider völlig außen vor gelassen wurde. Die spektakulären Bilder brennender Wasserhähne in allen Ehren, aber die Lawine, die da ungebremst auf uns alle zu rollt, ist doch die Tatsache, dass es durch Fracking möglich sein wird, nochmals die gleiche Menge an Kohlenwasserstoffen aus der Erde zu pressen, die wir bereits weltweit schon verbrannt haben. Das mag zwar wirtschaftlich interessant sein und Arbeitsplätze schaffen, die wir aber nicht mehr brauchen, wenn wir die Luft unseres Planeten nicht mehr atmen können.

Wer zum Thema Fracking weitere Informationen sucht, kann z. B. unter diesem Link mit seiner Reise durch’s Internet starten:

http://umweltinstitut.org/energie–klima/allgemeines-energie–klima/fracking-1084.html

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Aus dem Labor und für die Natur

© pterwort - Fotolia.com

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Lithium ist in erster Linie im Periodensystem zu finden. Das Alkalimetall weist, in seiner silbrig glänzenden Erscheinung, die niedrigste Dichte eines Feststoffes unter Standardbedingungen auf und ist in seiner Reinform in der Natur vergeblich zu suchen. Lithium zeichnet sich darüber hinaus durch sein geringes Elektrodenpotential aus und kommt im Rahmen der Produktion von Batterien häufig als Anode vor. Diese sogenannten Lithium-Batterien sind jedoch nicht mit den Lithium-Ionen-Akkumulatoren zu verwechseln, welche derzeitig die Zukunftsie Hoffnungen auf eine nachhaltige Energiewirtschaft mitgestalten.

 

Im Sommer des Jahres 2012 überraschte der Automobilhersteller General Motors mit einer stichhaltigen Pressemitteilung, die einen technologischen Durchbruch im Bereich der Akkumulatoren für Elektroautos versprach. General Motors verkündete darin die Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Batteriehersteller Envia Systems, der sich damit preist, die Revolution auf dem Markt für elektronisch betriebene Fahrzeuge eingeleitet zu haben. Der Grund für die Euphorie war die Produktion einer Lithium-Ionen-Batterie, welche eine Leistung von 400 Wattstunden pro Kilo erreicht. Dan Akerson, der Vorstandsvorsitzende von GM, sprach in diesem Zusammenhang von einem Elektroauto neuen Typus, das sich erst nach 320 Kilometern matt und energielos zeigt. Getestet und bestätigt wurden diese Angaben offiziell durch die US-Navy, welche das Testverfahren in ihrem Naval Surface Warfare Center beaufsichtigte.

Die Verlautbarungen erklingen dabei in höchst optimistischen Tönen und Lithium-Ionen-Akkus könnten in den kommenden Jahren möglicherweise eine Wende in der Produktion von Elektroautos einleiten. Im Kontext der gravierenden Umweltbelastung durch die Schadstoffemissionen herkömmlicher Fahrzeuge mit Benzin-Motor könnte dieser technologische Fortschritt ebenfalls einen signifikanten Sieg im Rahmen des Klimaschutzes bewirken. Durch zahlreiche Investitionen im Rahmen der Energieeffizienz ist das Verhältnis von produzierten Automobilen und der kumulierten Summe aller Schadstoffemissionen zwar bereits von Rückläufigkeit geprägt, die flächendeckende Einführung des Elektroautos verspreche jedoch eine Schadstoffreduktion in einer neuen Dimension.

Auch wenn sich das Unternehmen Envidia Systems auf seiner Firmenwebseite optimistisch zeigt und sogar mit Reichweiten von über 450 Kilometern wirbt, bleibt die Massentauglichkeit der neuen Technologie noch immer umstritten. Leider gilt im Hinblick auf die Batterietechnik stets die Faustregel, dass sich mit dem Energiepotential ebenfalls das Gefahrenrisiko erhöht. Sicherheit ist jedoch ein unumgängliches Kriterium, um einem Fahrzeug die Zulassung für öffentliche Straßen zu gewähren. Aufgrund der immensen Energiedichte, welche Batterien mit Leistungen von bis zu 400 Kilowattstunden innehaben, ist die innovative Technologie auch in besonderem Maße anfällig für Entzündungen oder Überhitzungen. Bevor ein solches Elektroauto seine 450 Kilometer auch auf öffentlichen Straßen abfahren kann, muss dieses Sicherheitsrisiko in überzeugender Weise beseitigt worden sein. Technologie spricht noch nicht für sich, sofern sie ihr Labor noch nicht verlassen hat.

Quellen:
http://www.t-online.de/auto/neuheiten/id_58577346/elektroautos-durchbruch-bei-akku-technik-.html
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/akku-fuer-elektroautos-das-riskante-kraftpaket-a-818905.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium
http://enviasystems.com/
http://www.zeit.de/auto/2012-01/elektroauto-batterie-kapazitaet
http://www.oeko.de/oekodoc/1348/2012-001-de.pdf

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