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Bremst die Umwelt den Klimawandel?

Klimawandel vergrößert Wüsten

Foto: Simpson Desert von tensaibuta (CC BY 2.0)

Die Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird schon jetzt von vielen Beobachtern für gescheitert erklärt. Vieles deutet darauf hin, dass die Regierungschefs lediglich eine politische Absichtserklärung verabschieden werden. Dass der Klimawandel kommt ist jedoch wissenschaftlich unumstritten und selbst mit ambitionierter Klimapolitik kaum noch aufzuhalten. Neu ist hingegen die Erkenntnis, dass gerade die Natur den Klimawandel aufhalten könnte. Wird der Einfluss des Menschen über- bzw. der der Natur unterschätzt?

In den 70er Jahren begann die wissenschaftliche Debatte darüber, ob nicht der Mensch für das sich verändernde Klima verantwortlich ist. Was damals für heftige Kontroversen sorgte, gilt heute als sicher. Die Vereinten Nationen prognostizieren, dass sich die Atmosphäre durch den Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Jahr 2100 zwischen 0,6 bis 6,4 Grad erwärmen wird. Am wahrscheinlichsten gilt ein Temperaturanstieg von rund drei Grad.

Besonders die Nordhallbkugel vom Klimawandel betroffen

Die Folgen werden für Umwelt und Menschen dramatisch. Vor allem die Nordhalbkugel wird von den Veränderungen betroffen sein, weil diese sich schneller aufheizt als die südlichen Ozeane. Hier rechnen Experten nicht nur mit einem Anstieg von bis zu fünf Grad, sondern auch mit einer Zunahme der Niederschlagsmenge um bis zu 25 Prozent. Südeuropa, Mittelamerika und Australien hingegen drohen lange Dürreperioden. Der Deutsche Wetterdienst erwartet hierzulande einen Temperaturanstieg um rund drei Grad bis zum Jahrhundertende. Zudem werden in den kalten Jahreszeiten die Niederschläge zunehmen – während es im Sommer weniger regnet.

Dass es wärmer und die Wetterlagen extremer werden ist weitgehend unstrittig. Die Gletscher werden schneller schmelzen, der Meeresspiegel wird steigen und damit der Niederschlags- und Temperaturkreislauf angetrieben. Doch was passiert, wenn die Sonnenstrahlen nicht mehr zu 80 Prozent vom Eis reflektiert werden und stattdessen die Ozeane aufheizen? Als Wärmespeicher könnte das erwärmte Wasser die globale Erwärmung weiter verstärken. Zuverlässige Vorhersagen gibt es hierzu bislang nicht.

Natur bremst Klimawandel

Im Vorfeld des Weltklimagipfels in Kopenhagen wird immer wieder die Zwei-Grad-Grenze genannt. Bei einer globalen Erwärmung in dieser Größenordnung gilt das Risiko des Klimawandels als noch einigermaßen beherrschbar. Andernfalls werden Probleme wie der sich verschiebene Monsum, das Absterben des Amazonas oder das El-Nino-Phänomen zu unkalkulierbaren Gefahren für den Menschen.

Doch womöglich wurde bislang ein entscheidender Faktor vernachlässigt: die Umwelt. Dazu gehört der nicht unerhebliche Einfluss der Natur auf die Meeresströme ebenso wie die Sonnenaktivität. Die geringe Zahl an Sonnenflecken weist derzeit auf eine ungewöhnlich geringe Strahlungsaktivität hin. Im besten Fall wird der Temperaturanstieg somit nicht so stark ausfallen wie befürchtet. Der Klimaforscher Mojib Latif weist zudem auf Strömungen im Pazifik hin, welche kaltes Wasser aus der Tiefe am Äquator aufsteigen lassen und so den Klimawandel zumindest abbremsen könnten. Dass diese Phänomene den Klimawandel stoppen werden, ist nicht anzunehmen. Vielmehr können sie als Hinweis dafür dienen, dass klimatische Veränderungen weniger linear verlaufen als erwartet.

1 Kommentar

  1. Das einzige was linear verläuft ist die Zerstörung der Umwelt. Jeder weiß es, macht aber weiter wie gehabt. Einmal in Woche beim Biomarkt einkaufen mag zwischenzeitig zwar das Gewissen beruhigen. Mehr aber auch nicht.

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