permalink

0

Biogas ist nur selten „bio“

Mais

Foto: Mais (Zea mays) von blumenbiene (CC BY 2.0)

Die hohen Subventionen für Strom aus Biomasse im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) führen zu großflächigen Monokulturen. Steigende Pachtpreise verdrängen zunehmend die traditionelle Landwirtschaft. So wie Biogas derzeit produziert wird, kann von „bio“ nicht die Rede sein. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Umweltstiftung WWF.

Biogas-Förderung schafft Monokulturen

Inzwischen warnen selbst Umweltverbände vor einer weiteren Überförderung der Biomasse. Falsche Förderanreize haben dazu geführt, dass in der Umgebung von Biogas-Anlagen immer mehr Mais-Monokulturen entstehen. Weil die Förderung der Stromproduktion aus Biomasse mit etwa 3.000 Euro pro Hektar fast zehnmal so hoch ausfällt wie die durchschnittlichen EU-Hilfen für konventionelle Bauern, steigen die Pachtpreise immer weiter.

Davon profitieren vor allem Investoren, die immer mehr Ackerflächen kaufen oder pachten. Allein in den vergangenen sechs Jahren ist die Maisanbaufläche von 70.000 auf 600.000 Hektar gewachsen. Die Umwandlung ganzer Landstriche in Mais-Monokulturen verdrängt kleine, traditionelle Landwirtschaftsbetriebe. Vor allem Bauern in Ostdeutschland trifft diese Entwicklung schwer: Die Pachtpreise haben sich hier in den vergangenen drei Jahren verdreifacht.

Biogas-Produktion ist nicht nachhaltig

Das so hergestellte Biogas ist zudem alles andere als „bio“. Denn der schnell wachsende Energie-Mais baut als sogenannter Humuszehrer den im Ackerboden gebundenen Kohlenstoff ab. Zudem wird der Mais auch noch intensiv mit Stickstoff gedüngt. Die so verursachten Lachgasemissionen sind besonders gefährlich, weil Lachgas im Vergleich zu Kohlenstoffdioxid das Klima bis zu 300 Mal stärker belastet. So wie Biogas derzeit produziert wird, kann somit von einem klimaneutralen, umweltfreundlichen Endprodukt nicht die Rede sein.

Der WWF fordert daher nicht nur eine Vereinfachung und Absenkung der Subventionen. Während für die Herstellung von Bioethanol Nachhaltigkeitskriterien erfüllt werden müssen, ist dies bei Biogas merkwürdigerweise nicht erforderlich. Für WWF-Agrarreferentin Tanja Dräger de Teran zeigt die aktuelle Sitaution, „dass Bioenergie nicht per se umweltfreundlich oder nachhaltig ist. Es kommt sehr darauf an, woher die Rohstoffe stammen und wie sie angebaut werden“. Die Umweltstiftung fordert daher schnell entsprechende Korrekturen beim EEG.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.