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Bio in der Schule

Bio-radieschen

Foto: Organic Radishes von ilovebutter (CC BY 2.0)

Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen. Für viele Schüler beginnt damit wieder der Alltag, zu dem an vielen Schulen auch ein warmes Mittagessen gehört. Immer mehr Einrichtungen stellen die Verpflegung der Kinder komplett auf Bio-Nahrung um. Dennoch spielt die schulische Ernährung in der Bildungsdebatte kaum eine Rolle.

Bio für Kinder

An 31 Münchner Schulen und Kindertagesstätten ist Bio bereits Realität. Gemeinsam mit dem Pilotprojekt Bio für Kinder ist hier die konventionelle Verpflegung komplett umgestellt worden auf nachhaltige und gesunde Bionahrung. Bio-Lebensmittel stammen aus der ökologischen Landwirtschaft. Beim Anbau wird auf Pestizide und künstlichen Dünger verzichtet. Bei der Tierzucht werden in der Regel keine Wachstumshormone oder Antibiotika eingesetzt.

Der Umstellungsprozess war jedoch nicht nur aus organisatorischen Gründen schwierig. Weil die Kinder nunmal an Geschmacksverstärker und künstliche Aromen gewöhnt sind, schmeckte vielen die neue Verpflegung anfangs nicht so gut. Dies hat sich aber bei den meisten nach wenigen Wochen wieder eingependelt.

Bio: Gut für Körper und Geist

Bio-Verpflegung ist in deutschen Schulen vielmehr Ausnahme als Regel. Dabei haben Wissenschaftler längst herausgefunden, dass eine gesunde Ernährung nicht nur für die körperliche Entwicklung förderlich ist. Der in Großbritannien populäre Fernseh-Koch Jamie Oliver setzt sich daher seit Jahren dafür ein, dass es an britischen Schulen weniger fettiges Fastfood und mehr Obst, Gemüse und Vollkorn gibt.

Der Ernährungswissenschaftler Bernard Gesch hat in einem Versuch beweisen können, dass gesunde Ernährung nicht nur vor Fettleibigkeit und Krankheiten schützt. In einem schottischen Jugendgefängnis ließ er bei einem Teil der Gefangenen die Ernährung von Fastfood auf Obst und Gemüse umstellen. Das Ergebnis überraschte selbst Optimisten: Die Zahl schwerer Vergehen in der Haft sank um 40 Prozent. Weitere Studien werden nun zeigen, ob Bio in der Schule auch als Form der Prävention verstanden werden kann.

Bio in der Schule in Deutschland

Aufgrund der Verkürzung der Schulzeit um ein Jahr in den meisten Bundesländern entwickeln sich immer mehr Schulen zu Ganztagsschulen. Folglich spielt die Ernährung hier eine immer wichtigere Rolle. Dennoch kochen die meisten Schulmensen nach wie vor viel zu fettiges und wenig nahrhaftes Essen. Laut einer Studie des Lebensmittelkonzerns Nestlé stößt dies auch auf wenig Gegenliebe bei den Schülern. Die meisten Schulen wollen ihre Schüler demnach einfach nur satt machen.

In der Diskussion um Schulreformen und Pisa-Studien spielt das Thema praktisch keine Rolle. Dabei gibt es durchaus Länder von denen die „Bildungsrepublik Deutschland“ lernen kann. So liegt der Anteil an Bioverpflegung in Italien beispielsweise bei 40 Prozent. Dank regionaler Qualitätsstandards und Gesetze werden hier ökologisch hergestellte, fair gehandelte und regional angebaute Produkte systematisch gefördert.

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