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Aus dem Labor und für die Natur

© pterwort - Fotolia.com

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Lithium ist in erster Linie im Periodensystem zu finden. Das Alkalimetall weist, in seiner silbrig glänzenden Erscheinung, die niedrigste Dichte eines Feststoffes unter Standardbedingungen auf und ist in seiner Reinform in der Natur vergeblich zu suchen. Lithium zeichnet sich darüber hinaus durch sein geringes Elektrodenpotential aus und kommt im Rahmen der Produktion von Batterien häufig als Anode vor. Diese sogenannten Lithium-Batterien sind jedoch nicht mit den Lithium-Ionen-Akkumulatoren zu verwechseln, welche derzeitig die Zukunftsie Hoffnungen auf eine nachhaltige Energiewirtschaft mitgestalten.

 

Im Sommer des Jahres 2012 überraschte der Automobilhersteller General Motors mit einer stichhaltigen Pressemitteilung, die einen technologischen Durchbruch im Bereich der Akkumulatoren für Elektroautos versprach. General Motors verkündete darin die Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Batteriehersteller Envia Systems, der sich damit preist, die Revolution auf dem Markt für elektronisch betriebene Fahrzeuge eingeleitet zu haben. Der Grund für die Euphorie war die Produktion einer Lithium-Ionen-Batterie, welche eine Leistung von 400 Wattstunden pro Kilo erreicht. Dan Akerson, der Vorstandsvorsitzende von GM, sprach in diesem Zusammenhang von einem Elektroauto neuen Typus, das sich erst nach 320 Kilometern matt und energielos zeigt. Getestet und bestätigt wurden diese Angaben offiziell durch die US-Navy, welche das Testverfahren in ihrem Naval Surface Warfare Center beaufsichtigte.

Die Verlautbarungen erklingen dabei in höchst optimistischen Tönen und Lithium-Ionen-Akkus könnten in den kommenden Jahren möglicherweise eine Wende in der Produktion von Elektroautos einleiten. Im Kontext der gravierenden Umweltbelastung durch die Schadstoffemissionen herkömmlicher Fahrzeuge mit Benzin-Motor könnte dieser technologische Fortschritt ebenfalls einen signifikanten Sieg im Rahmen des Klimaschutzes bewirken. Durch zahlreiche Investitionen im Rahmen der Energieeffizienz ist das Verhältnis von produzierten Automobilen und der kumulierten Summe aller Schadstoffemissionen zwar bereits von Rückläufigkeit geprägt, die flächendeckende Einführung des Elektroautos verspreche jedoch eine Schadstoffreduktion in einer neuen Dimension.

Auch wenn sich das Unternehmen Envidia Systems auf seiner Firmenwebseite optimistisch zeigt und sogar mit Reichweiten von über 450 Kilometern wirbt, bleibt die Massentauglichkeit der neuen Technologie noch immer umstritten. Leider gilt im Hinblick auf die Batterietechnik stets die Faustregel, dass sich mit dem Energiepotential ebenfalls das Gefahrenrisiko erhöht. Sicherheit ist jedoch ein unumgängliches Kriterium, um einem Fahrzeug die Zulassung für öffentliche Straßen zu gewähren. Aufgrund der immensen Energiedichte, welche Batterien mit Leistungen von bis zu 400 Kilowattstunden innehaben, ist die innovative Technologie auch in besonderem Maße anfällig für Entzündungen oder Überhitzungen. Bevor ein solches Elektroauto seine 450 Kilometer auch auf öffentlichen Straßen abfahren kann, muss dieses Sicherheitsrisiko in überzeugender Weise beseitigt worden sein. Technologie spricht noch nicht für sich, sofern sie ihr Labor noch nicht verlassen hat.

Quellen:
http://www.t-online.de/auto/neuheiten/id_58577346/elektroautos-durchbruch-bei-akku-technik-.html
http://www.spiegel.de/auto/aktuell/akku-fuer-elektroautos-das-riskante-kraftpaket-a-818905.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Lithium
http://enviasystems.com/
http://www.zeit.de/auto/2012-01/elektroauto-batterie-kapazitaet
http://www.oeko.de/oekodoc/1348/2012-001-de.pdf

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