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Atommüll-Lager Asse soll geräumt werden

Aktion gegen Atommülllager Asse

Foto: Bente Stachowske / .ausgestrahlt e.V.

Die Schachtanlage Asse II soll nicht weiter als Atommüll-Lager verwendet werden. Einer Untersuchung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) zufolge ist die Rückholung des strahlenden Abfalls die beste aller Optionen. Aus Sicherheitsgründen müssten die 126.000 Fässer mit radioaktiven Abfall möglichst bald aus der Anlage entfernt werden. Was Atomkraft-Gegner freuen dürfte, könnte den Steuerzahler teuer zu stehen kommen.

Asse als Atommüll-Lager nicht geeignet

Was die Anti-Atombewegung seit Jahren fordern, könnte schon bald Wirklichkeit werden: das Atommülllager Asse II soll geräumt werden. Dabei ist es nicht der Protest, der zum baldigen Ende des Endlagers geführt hat. Vielmehr ist nun von offizieller Stelle bestätigt worden, was Umweltorganisationen seit Jahren schon seit Jahren kritisieren: das ehemalige niedersächsische Salzbergwerk ist als Endlager für Atommüll überhaupt nicht geeignet.

Vom Forschungsbergwerk zum Endlager

In den 1960er Jahren als Forschungsbergwerk für die Endlagerung von schwach- und mittelradioaktiven Abfall vorgesehen, wurde die Schachtanlage im Laufe der Jahre sukzessive ausgebaut. Dabei stellte der damalige Betreiber, die Gesellschaft für Strahlenschutz (heute: Helmholtz Zentrum München), bereits 1967 fest, dass über die Lauge Radioaktivität aus dem Bergwerk austrat. Dennoch dauerte es noch ganze 40 Jahre, bis die endgültige Schließung von Asse beantragt wurde. Erst im Jahr 2008 wurde der marode Zustand von Asse öffentlich bekannt. Da inzwischen jeden Tag rund 12.000 Liter Salzlösung in die Anlage eindringen, ist diese nun akut vom Einsturz gefährdet.

Vertane Zeit ist Geld (und Unsicherheit)

Inzwischen liegt die Verantwortung beim Bundesamt für Strahlenschutz. Bei der Suche nach einer Lösung für Asse hatte die Behörde neben der Rückholung zwei weitere Optionen zu prüfen: eine Umlagerung der Fässer innerhalb der Anlage sowie die Vollverfüllung. In einer Pressemitteilung begründet das BfS seine Entscheidung wie folgt: „Weil aber die Langzeitsicherheit – und damit die Sicherheit für spätere Generationen – von herausgehobener Bedeutung ist und derzeit nur durch die Rückholung gewährleistet werden kann, wurde diese Option als beste Variante ermittelt.“

Verantwortlich für diese Situation ist vor allem der damalige Betreiber, da er die Aufsichtsbehörden nur unzureichend über den Zustand von Asse informierte. Zahlen müssen wird jedoch der Steuerzahler die Kosten der gefährlichen Bergungsaktion. Laut Handelsblatt soll die Rückholung rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Doch kaum ein Verantwortlicher wird mit finanziellen Gründen gegen die Räumung von Asse argumentieren. Problematisch ist vielmehr die Zeit, die für verantwortliches Handeln davonläuft. Nun muss die Politik entscheiden, wann mit der Auslagerung der ersten Fässer begonnen wird.

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