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Atomausstieg ohne CO2-Anstieg

Sonne

Foto: Energieträger Sonne

Bereits sieben Atomkraftwerke wurden in Deutschland vom Netz genommen. Der CO2-Ausstoß hat seitdem jedoch nur unwesentlich zugenommen. Aktuelle Studien zu Stromproduktion und CO2-Emissionen entkräften ein wesentliches Argument der Kernkraft-Befürworter.

Nach Fukushima und dem bevorstehenden Aus der Atomkraft in Deutschland entdeckten die AKW-Befürworter plötzlich das Thema Klimaschutz. So gab Michael Fuchs, stellvertretender Unionsfraktionsvorsitzender im Bundestag, zu bedenken: „Die Kernkraftwerke ersparen uns erheblich CO2. Die sieben Kernkraftwerke, die jetzt abgeschaltet sind, ersparen circa 48 Millionen Tonnen CO2. (…) Das heißt, wir müssen auch da darauf achten, dass jetzt nicht auf einmal die Klimaziele vollkommen außer Acht gelassen werden.“ Aktuelle Studien zu Stromproduktion und CO2-Emissionen belegen allerdings, dass diese Befürchtungen unbegründet sind.

Kompensation durch erneuerbare Energien

Dem Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen zufolge kam es im vergangenen Jahr zu keinem signifikanten Anstieg der Emissionen. Zwar hat der Braunkohle-Anteil an der Stromerzeugung um 7,1 Terawattstunden (4,9 Prozent) zugenommen – gleichzeitig aber ist die Verstromung von Steinkohle, Gas und Öl gesunken. Unterm Strich ist der Anteil der Stromproduktion aus fossilen Quellen somit um lediglich knapp ein Prozent gestiegen.

Obwohl die verbliebenen Atomkraftwerke 2011 deutlich weniger Strom geliefert haben (32,6 TWh), blieb Deutschland weiter Netto-Exporteur. Insgesamt wurden sechs Terawattstunden mehr exportiert als von dort bezogen. Eine wesentliche Ursache für den Überschuss ist ein sprunghafter Anstieg im Bereich der erneuerbaren Energien um 18 TWh (17 Prozent), dessen Anteil am gesamten Stromverbrauch inzwischen bei 20 Prozent liegt.

CO2-Emissionen sinken

Der geringe Anstieg der Stromproduktion aus fossilen Energieträgern spiegelt sich im CO2-Ausstoß wider. Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) haben die 1.640 emissionshandels-pflichtigen Energie- und Industrieanlagen trotz starker Konjunktur im vergangenen Jahr rund ein Prozent weniger Kohlenstoffdioxid emittiert. Dabei konnten eben insbesondere im Energiesektor Einsparungen erzielt werden.

Mit 450 Millionen Tonnen CO2 lag der Ausstoß knapp unterhalb der erlaubten Obergrenze der aktuellen Handelsperiode. „Zugleich hat der im März 2011 begonnene Atomausstieg offensichtlich keine nachteiligen Wirkungen auf die CO2-Emissionen in Deutschland“, so die Schlussfolgerung von Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamts. Vielmehr belege der positive Trend den Spielraum für eine „mögliche Anpassung des europäischen Klimaziels“.

Atomausstieg: Kein Einfluss auf Klimabilanz

Das Argument der AKW-Befürworter, der Ausstieg werde zu einer verstärkten Kohlekraftnutzung und folglich mehr CO2-Emissionen führen, ist schlichtweg falsch. Ob in der Stromproduktion oder beim Verbrauch: Bislang hat das Abschalten von immerhin sieben Reaktoren die Klimabilanz nicht beeinflusst. Die zunehmende Bedeutung regenerativer Energien und die Verknappung der Zertifikate im Rahmen des europäischen Emissionshandels entlarven die klimaschonende Atomkraft somit als politisch und ökonomisch motiviertes Märchen.

2 Kommentare

    • Er meint wohl die Dezentralisierung der Energieversorgung… klar dass ihm das nicht gefällt. :-) Durch den Atomausstieg wird der Marktanteil der großen Vier weiter schrumpfen. Wüsste aber nicht, inwiefern das schädlich sein sollte für die Wirtschaft und Verbraucher – im Gegenteil. Aber vielleicht geht er ja davon aus, dass es immer noch Leute gibt die ihm die Geschichte von der billigen Atomkraft abkaufen.

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